Langstrecke: Swiss erhöht Preise um bis zu 300 Fr pro Ticket

Aktualisiert

LangstreckeSwiss erhöht Preise um bis zu 300 Fr pro Ticket

Bei der Swiss steigen die Ticketpreise. Die Economy-Tarife steigen pro Retourticket um 50 Franken, die First-Tarife um 300 Franken. Betroffen sind wöchentlich 107 Flüge.

von
S. Spaeth
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Swiss-CEO Harry Hohmeister setzt auf Langstreckenflügen Preiserhöhungen durch.

Swiss-CEO Harry Hohmeister setzt auf Langstreckenflügen Preiserhöhungen durch.

Walter Bieri
Die Tarife für Langstreckenflüge in der Economy-Klasse werden pro Retourticket um 50 Franken erhöht, jene in der Business-Class um 150 Franken und jene in der First-Class sogar um 300 Franken.

Die Tarife für Langstreckenflüge in der Economy-Klasse werden pro Retourticket um 50 Franken erhöht, jene in der Business-Class um 150 Franken und jene in der First-Class sogar um 300 Franken.

Christian Beutler
Bei allen Airlines seien die Durchschnittserlöse pro Passagier über die letzten Jahre rückläufig, erklärt die Swiss. In einem wettbewerbsintensiven Umfeld versuche man dennoch, Preisanpassungen auch nach oben umzusetzen.

Bei allen Airlines seien die Durchschnittserlöse pro Passagier über die letzten Jahre rückläufig, erklärt die Swiss. In einem wettbewerbsintensiven Umfeld versuche man dennoch, Preisanpassungen auch nach oben umzusetzen.

Christian Beutler

Wer mit Swiss fliegt, muss auf der Langstrecke ab sofort tiefer in die Tasche greifen. Die Tarife für Flüge in der Economy-Klasse werden pro Retourticket um 50 Franken erhöht, jene in der Business-Class um 150 Franken und jene in der First-Class sogar um 300 Franken. Dies hat die Swiss laut dem Branchenmagazin «Travel Inside» ihren Verkaufsstellen mitgeteilt.

Die höheren Preise gelten für Tickets auf der Langstrecke, die ab dem 6. August ausgestellt werden. Man habe die Tariferhöhung den Vertriebspartnern mitgeteilt, bestätigt Swiss-Sprecherin Sonja Ptassek auf Anfrage von 20 Minuten. Die Massnahme erklärt die Swiss so: Bei allen Airlines seien die Durchschnittserlöse pro Passagier über die letzten Jahre rückläufig – auch bei der Swiss. Von diesem Preisverfall profitierten die Kunden durch attraktive Preise. «In einem wettbewerbsintensiven Umfeld versucht die Swiss dennoch, Preisanpassungen auch nach oben umzusetzen», so die Sprecherin. Letztlich werde aber der Kunde entscheiden, ob das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.

Ausgenommen von den Preisanpassungen sind Flüge nach Nordamerika und Japan. Das liegt laut Swiss am Umstand, dass in diesen Märkten die Tarife bereits zu anderen Terminen angepasst wurden. Die Swiss fliegt auf der Langstrecke 26 Destinationen an. Zieht man Tokio und die Ziele in Nordamerika ab, bleiben 15 Strecken oder wöchentlich 107 Flüge übrig, auf denen die Ticketpreise steigen

Reise-Verband streitet sich mit Swiss

Keine Kenntnis von der jüngsten Preismassnahme hatte der Schweizer Reise-Verband (SRV), die Branchenorganisation der Reisebüros und -Veranstalter. «Wir wurden nicht vorinformiert», sagt Geschäftsführer Walter Kunz zu 20 Minuten. Es herrsche derzeit sowieso Eiszeit zwischen der Swiss und dem SRV.

Grund dafür ist die sogenannte Distribution Cost Charge. Die Gesellschaften der Lufthansa-Gruppe – darunter die Swiss – belegen die Reisebüros ab dem 1. September mit einer Zusatzgebühr von 16 Franken, wenn diese für ihre Kunden einen Flug über ein globales Vertriebssystem buchen. Nun prüft der SRV in der Schweiz rechtliche Schritte gegen diese Gebühr. Eine Klage eingereicht hat bereits der europäische Dachverband ETCAA.

Unterschiedliche Zuschläge?

Zur jüngsten Tariferhöhung der Swiss sagt Kunz: Jeder Anbieter müsse selbst schauen, dass er kostendeckend fliegen könne. Der Branchenkenner ist aber überzeugt, dass viele Airlines mit den Ticketpreisen Schindluderei betreiben. Will heissen: Vielerorts werden die Treibstoffzuschläge auch erhöht, wenn die Kerosinpreise eigentlich sinken oder die Treibstoffzuschläge werden umbenannt. «Solche Massnahmen sind unseriöse Verschleierungstaktik», so Kunz. Bei der Swiss werden der ehemalige Treibstoffzuschlag und die Taxen als «International Surcharge» bezeichnet.

Vor kurzem hatte die Swiss bereits mit dem Umstand für Wirbel gesorgt, dass Economy-Passagiere bei gleicher Strecke und Ticketklasse unterschiedlich viel Zuschlag bezahlten. Die Swiss argumentierte, der Zuschlag betrage grundsätzlich 40 Franken. Man habe das Modell bei einigen Destinationen aber anpassen müssen. «Es scheint als würde die Swiss die Negativschlagzeilen geradezu suchen», sagt Kunz.

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