Aktualisiert 29.06.2016 11:47

DeutschlandSwiss-Flieger beschädigt Haus – zum zweiten Mal

Im Juni hat ein Flugzeug der Swiss ein Haus im deutschen Spornitz beschädigt. Nun flog offenbar erneut eine Maschine der Fluggesellschaft zu tief und fegte etliche Ziegelsteine vom Dach.

von
pat
Ein Swiss-Flieger fliegt über das betroffene Haus in der Gemeinde Spornitz.

Ein Swiss-Flieger fliegt über das betroffene Haus in der Gemeinde Spornitz.

Kein Anbieter/Screenshot NDR

Der Schreck sitzt noch tief. Das Haus der Familie Grütza in Spornitz hat Schäden an Dach und Rollläden – ein Flieger der Swiss soll schuld sein. «Das war wirklich gruselig», schildert eine Anwohnerin gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk NDR die unglaubliche Szene, die sich am 3. Juni abgespielt haben soll. Das Flugzeug sei sehr tief geflogen, sagt sie.

Die Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern liegt direkt in der Anflugschneise für Parchim International. Der Flughafen ist bei Airlines für Trainingsflüge beliebt.

10'000 Franken Schaden

Heftige Luftverwirbelungen könnten die Ziegel beim Landeanflug vom Dach gefegt haben. «Das Dach wurde angehoben und hat sich wieder gesenkt, wie bei einem Sturm», sagt der Hauseigentümer zum Fernsehsender. Der Schaden beläuft sich demnach auf rund 10'000 Franken.

Die Swiss verteidigt sich gegenüber dem NDR: «Die branchenüblichen Trainings, welche die Swiss am Flughafen Parchim durchführt, erfolgen im Einklang mit dem behördlich genehmigten Flughafenreglement, das auf den Standards der internationalen Zivilluftfahrt basiert.»

Bereits ein Vorfall im Mai

Doch es ist nicht der erste Vorfall: Bereits am 1. Mai beschädigte ein Swiss-Flieger bei einer Zusatzschulung mit ausgebildeten Piloten ein Haus, ebenfalls in Spornitz. Die Schulungen würden immer in 100 bis 200 Metern Höhe durchgeführt, abhängig von der Distanz zur Piste, heisst es im Beitrag. Dieter Eckert, der Bürgermeister der Gemeinde, sieht das anders: «Andere Airlines würden niemals so fliegen wie die Swiss», kritisiert er im Fernsehen.

Die Airline hat der betroffenen Familie einen Schadenersatz von 3700 Euro angeboten, doch das reicht ihr nicht. Sie hat einen Anwalt eingeschaltet.

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