Zwischenlandung in Zürich: Swiss-Flug brachte brasilianische Corona-Mutation nach England
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Zwischenlandung in ZürichSwiss-Flug brachte brasilianische Corona-Mutation nach England

Ein Flug aus Brasilien wird Grossbritannien zum Verhängnis. Im Flugzeug, das in Zürich zwischenlandete, befanden sich mit der brasilianischen Variante infizierte Passagiere. In England wird nach ihnen gesucht – während das Contact Tracing in der Schweiz von nichts weiss.

von
Reto Heimann
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Ein Flugzeug der Swiss brachte die brasilianische Mutation nach Grossbritannien.

Ein Flugzeug der Swiss brachte die brasilianische Mutation nach Grossbritannien.

Flughafen Zürich
Die britischen Behörden suchen mit Hochdruck nach einem infizierten Passagier.

Die britischen Behörden suchen mit Hochdruck nach einem infizierten Passagier.

Flughafen Zürich
Dieser hatte seine Kontaktdaten nur ungenügend angegeben beim Corona-Test.

Dieser hatte seine Kontaktdaten nur ungenügend angegeben beim Corona-Test.

Flughafen Zürich

Darum gehts

  • Grossbritannien sucht seit Tagen nach einem Flugpassagier, der die brasilianische Corona-Mutation einschleppte.

  • Nun ist klar: Die brasilianische Mutation kam mit einem Swiss-Flug nach England.

  • Das Zürcher Contact Tracing weiss nichts vom Viren-Flug – obwohl die Maschine in Zürich zwischenlandete.

In Grossbritannien wurden bislang sechs Infektionen mit der hochansteckenden brasilianischen Corona-Mutation festgestellt. In einem dieser sechs Fälle ist es den britischen Gesundheitsbehörden nicht möglich festzustellen, wer die infizierte Person ist. In Grossbritannien wird verzweifelt nach ihr gesucht.

Nun ist immerhin klar, wie die brasilianische Corona-Mutation unter anderem nach Grossbritannien kam: mit einem Flug der Swiss. Gemäss Informationen mehrerer britischer Medien brachte der Flug LX318 am 10. Februar das Virus von Sao Paulo über Zürich nach London. In mindestens einem Fall lässt sich die Mutation auf diesen Flug zurückführen. Die Gesundheitsbehörden kontaktieren nun alle Passagiere des betreffenden Fluges.

Kontaktdaten zur Verfügung gestellt

Die Swiss hat Kenntnis davon, dass sich auf einem Flug der Airline Passagiere mit der Brasilien-Variante befunden haben: «In diesem Fall wurde Swiss von den entsprechenden Behörden in der Schweiz und Grossbritannien kontaktiert», sagt Swiss-Sprecherin Karin Müller gegenüber dem «Blick». In solchen Fällen stellt die Swiss den Behörden die Kontaktdaten der Passagiere eines Fluges zur Verfügung.

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock bestätigte die sechs Mutations-Fälle: «In fünf Fällen sprechen alle Zeichen dafür, dass die Passagiere die Quarantäne eingehalten haben.» Es gebe keinen Grund anzunehmen, dass das bei der sechsten, noch nicht auffindbaren Person nicht der Fall war: «Natürlich müssen wir mit der betreffenden Person in Kontakt treten können», fügte Hancock an.

Contact Tracing weiss von nichts

Nach tagelanger Suche konnten die Behörden den Bereich, in dem sich der noch nicht identifizierte Angesteckte aufhält, auf 379 Haushalte im Südosten Englands eingrenzen. Gemäss britischer Regelung müssen sich alle Personen, die aus dem Ausland nach Grossbritannien einreisen, für zehn Tage in Quarantäne begeben.

Auch für Personen, die aus Brasilien in die Schweiz einreisen, gilt diese zehntägige Quarantänepflicht, weil Brasilien als Risikogebiet gilt. Der Flug von Sao Paulo nach London machte Zwischenhalt in Zürich. Beim Zürcher Contact Tracing wusste aber offenbar niemand vom Swiss-Flug mit den potentiell infizierten Passagieren: «Wir wurden nicht kontaktiert», sagt Beat Lauper von der Zürcher Gesundheitsdirektion dem «Blick».

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BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

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Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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