Aschewolke über Europa: Swiss führt keinen Testflug durch
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Aschewolke über EuropaSwiss führt keinen Testflug durch

Um die Aschekonzentration in der Luft zu messen, ist eine Boeing 747 der British Airways über Irland und den Atlantik geflogen. Andere Airlines folgten dem Beispiel - nicht aber die Swiss.

von
meg

Die Swiss wird keine Testflüge durchführen. Das teilte eine Sprecherin gegenüber 20 Minuten Online mit. Man folge den Anweisungen des Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL). «Sicherheit hat die oberste Priorität», sagte Swiss-Sprecherin Sonja Ptassek. Man werde sich auch «nicht an der Diskussion beteiligen, die derzeit im Gange ist». Diverse Airlines kritisierten das Flugverbot, das auf Grund von Britischen Messdaten ausgesprochen wurde.

British Airways hat am Sonntagabend erfolgreich einen rund dreistündigen Testflug beendet, bei dem Messdaten über die Aschekonzentration über dem britischen Luftraum gesammelt werden sollten.

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Mit dem Chef auf Testflug

Die Boeing 747 mit BA-Chef Willie Walsh an Bord landete nach einem Flug von Heathrow über Irland und dem Atlantic kurz vor 22 Uhr (MESZ) in Cardiff, wo das Flugzeug einer genauen Untersuchung unterzogen werden sollte.

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Nach Angaben eines BA-Sprechers erreichte die Maschine eine Flughöhe von über 9000 Metern. Die Messdaten sollen laut dem Sprecher am Montag ausgewertet werden, danach werde die Fluglinie weitere Entscheidungen treffen. Zuvor hatte British Airways für Montag alle Flüge von und nach London gestrichen.

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Transportflüge gestartet

Die niederländische Fluggesellschaft KLM erklärte den europäischen Luftraum nach einer Serie von Testflügen zwischen Amsterdam und Düsseldorf für «sicher» und startete noch am Sonntagabend mit Erlaubnis der Behörden zwei Transportflüge nach Asien.

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Air France absolvierte ebenfalls erfolgreich einen Testflug von Paris und Toulouse. Am Montag wollten deutsche Forscher in die Aschewolke fliegen und erstmals verlässliche Daten für die Bewertung des Flugverbots sammeln.

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Die Aschewolke aus Island hat am Wochenende in Europa ein noch nie dagewesenes Reise-Chaos ausgelöst. In etwa 30 Staaten mussten zehntausende Reisende wegen abgesagter Flüge auf Fähren, Züge oder Mietwagen umsteigen oder sassen an Flughäfen fest.

63 000 Flüge gestrichen

Nach Angaben der europäischen Luftfahrtbehörde Eurocontrol wurden seit Donnerstag im Luftraum Europas fast 63 000 Flüge gestrichen, davon betroffen waren insgesamt 6,8 Millionen Passagiere.

Die Flugverbote werden damit begründet, dass Vulkanasche die Triebwerke zum Stillstand bringen und die Fenster blind machen kann.

Mehrere Fluggesellschaften kritisierten aber, dass der Luftraum über Nordwesteuropa nur auf Grundlage von Computersimulationen zur Staub-Belastung geschlossen blieb. Insgesamt 36 der wichtigsten europäischen Fluglinien riefen die Regierungen zu einer «dringenden Überprüfung» der Restriktionen auf. (meg/sda)

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