Halsbrecherische Fahrten auf Youtube gestellt - «Swiss Ghost Rider» muss sechseinhalb Jahre hinter Gitter
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Halsbrecherische Fahrten auf Youtube gestellt«Swiss Ghost Rider» muss sechseinhalb Jahre hinter Gitter

Ein 26-jähriger Töfffahrer hat etliche Male gegen das Strassenverkehrsgesetz verstossen und den Cousin der Lebenspartnerin schwer verletzt. Nun ist er verurteilt worden.

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Der Beschuldigte liess den Tacho gern in die Höhe schnellen. 

Der Beschuldigte liess den Tacho gern in die Höhe schnellen.

Screenshot Youtube
Die Clips stellte er auf Youtube, wo er sich «Swiss Ghost Rider» nennt.

Die Clips stellte er auf Youtube, wo er sich «Swiss Ghost Rider» nennt.

Screenshot Youtube
Der Kapo gelang es aufgrund der Videos, die Identität des Mannes herauszufinden. Nun wurde er vom Gericht verurteilt.

Der Kapo gelang es aufgrund der Videos, die Identität des Mannes herauszufinden. Nun wurde er vom Gericht verurteilt.

Kapo Wallis

Darum gehts

  • Ein Mann aus dem Wallis hat bei etlichen halsbrecherischen Töfffahrten immer wieder andere in Gefahr gebracht.

  • Einen Mann, der ihn bei der Polizei verpfiffen hatte, verletzte der Beschuldigte mit einem Chromstahlrohr schwer.

  • Nun hat ihn das Kreisgericht Oberwallis zu über sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

Ein heute 26-Jähriger ist vom Kreisgericht Oberwallis zu über sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Mann hat sich zahlreiche Verstösse gegen das Strassenverkehrsgesetz zu Schulden kommen lassen, wie der «Walliser Bote» berichtet. Bereits 2014, mit 19 Jahren, hatte er unter Alkohol- und Drogeneinfluss und ohne Führerausweis einen Polizisten angefahren und schwer verletzt. Trotz Schuldspruch wegen schwerer Körperverletzung besserte er sich in den darauffolgenden Jahren nicht – im Gegenteil.

So unternahm der Beschuldigte zahlreiche halsbrecherische Töfffahrten mit Tempi bis zu 220 km/h, die er jeweils mit der Helmkamera filmte. Die Clips stellte er auf Youtube, wo er sich «Swiss Ghost Rider» nennt. Auf den Höllentrips brachte er immer wieder andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr. Allein auf einer Fahrt vom Goms nach Mörel via Grimsel- und Sustenpass im Juli 2015 überholte er 33 Personenwagen, zwei Reisecars und sechs Motorräder widerrechtlich. Insgesamt 17 solcher Raser-Trips konnte ihm die Polizei später nachweisen.

Cousin der Lebenspartnerin spitalreif geprügelt

Der Kapo gelang es aufgrund der Videos, die Identität des Mannes herauszufinden. Unterstützend wirkte dabei der Cousin seiner Lebenspartnerin, der den «Ghost Rider» bei der Polizei verpfiff. Im Frühjahr 2016 wurde er für einen Monat in U-Haft gesetzt. Im darauffolgenden Mai, wieder auf freiem Fuss, rächte sich der Mann an seinem Denunzianten: Mit einem Chromstahlrohr schlug er ihm mehrmals auf den Kopf, auf die Hände und den Rücken. Das Opfer wurde schwer verletzt.

Das Kreisgericht verurteilte den Beschuldigten zu einer Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren und zu einer auf vier Jahre bedingten Geldstrafe von 10’770 Franken. Die Richter blieben dabei weit unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft Oberwallis, die eine Haftstrafe von zwölf Jahren gefordert hatte.

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(sul)

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