Aktualisiert 10.10.2005 07:13

Swiss gliedert Regionalflotte aus

Die Fluggesellschaft Swiss gliedert ihre Kurzstreckenflotte noch in diesem Jahr in eine eigenen Gesellschaft mit dem Namen Swiss European Airlines aus.

Nach der Geschäftsleitung hat auch der Verwaltungsrat die Abspaltung gutgeheissen. Das Ziel ist klar: Die Kosten müssen runter.

Der europäische Regionalverkehr wird künftig von der Swiss European Air Lines abgewickelt, wie die Fluggesellschaft am Montag bekannt gab. Noch ausstehend ist die Betriebsbewilligung durch das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL).

Passagiere merken nichts

Die Passagiere sollen aber nichts merken: Die Flüge werden unter der Marke Swiss angeboten. Auch bei der Qualität und der Sicherheit werden die Standards der Muttergesellschaft übernommen.

Zum Geschäftsführer der neuen Gesellschaft wurde Peter Koch ernannt, der bisherige Flottenchef für die Embraer-Flugzeuge, die verkauft werden. Verwaltungsratspräsident ist Manfred Brennwald, heute operativer Swiss-Chef.

Alle Regionalpiloten wechseln

Sämtliche Regionalpiloten der Swiss werden in die neue Fluggesellschaft transferiert. Diese hatten sich 2003 entschieden gegen einen ersten Versuch der Swiss-Managements zur Auslagerung der Regionalflotte zur Wehr gesetzt - und sich durchgesetzt.

Die Kabinenbesatzung wird vorerst von der Swiss zur Verfügung gestellt. Mittelfristig wird Swiss European Air Lines eigenes Kabinenpersonal rekrutieren und ein eigenes Korps aufbauen.

Die neue Gesellschaft nimmt den Betrieb mit einer Flotte von sieben Embraer 145 und 18 Avro RJ85/100 auf. Ab dem Sommerflugplan 2006 wird Swiss European mit einer einheitlichen Flotte von 24 Avro RJ85/100 operieren.

Bessere Wettbewerbsfähigkeit

Mit der Auslagerung will die Swiss im Kampf gegen die vielen Billig-Airlines konkurrenzfähiger werden. Es werde die Grundlage für ein künftiges Wachstum geschaffen. Zudem würden die Arbeitsplätze nachhaltig gesichert, heisst es in der Mitteilung.

Keine Angaben machte die Swiss zur Frage des aktuellen Überbestands bei den Piloten. Im Januar hatte die Gesellschaft den Abbau von bis 1000 Arbeitsplätzen angekündigt, um ab übernächstem Jahr 300 Mio. Fr. jährlich zu sparen.

Laut eigenen Angaben hat die Swiss über 250 überzählige Piloten auf der Gehaltsliste, die wegen der geltenden Gesamtarbeitsverträge nicht entlassen werden können. Die Airline habe hier die Funktion eines Arbeitsamtes, hatte Konzernchef Christoph Franz gesagt.

Um einen Stellenabbau zu verzögern, verkündeten die von Swiss Pilots vertretenen ehemaligen Crossair-Piloten vor knapp zwei Wochen, wie wollten dem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) von Aeropers mit den früheren Swissair-Piloten beitreten. Der GAV von Swiss Pilots läuft Ende Oktober aus.

(dapd)

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