Swiss-Kabinenpersonal wehrt sich gegen weitere Zugeständnisse

Aktualisiert

Swiss-Kabinenpersonal wehrt sich gegen weitere Zugeständnisse

Die Neuverhandlung des Gesamtarbeitsvertrags (GAV) zwischen der Airline Swiss und dem Kabinenpersonal stockt. Die Forderungen der Swiss gehen der Gewerkschaft Kapers zu weit.

Das Kabinenpersonal der Fluggesellschaft Swiss wehrt sich gegen weitere einschneidende Zugeständnisse bei den Verhandlungen für einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV).

Am Freitagnachmittag trafen sich 640 stimmberechtigte Mitglieder der Gewerkschaft des Kabinenpersonals in Kloten ZH zu einer ausserordentlichen Generalversammlung, wie Kapers am Abend bekannt gab. Es handelte sich bereits um die zweite ausserordentliche Generalversammlung in diesem Jahr.

Gemäss der Mitteilung wurde der Kapers-Vorstand beauftragt, die GAV-Verhandlungen mit der Swiss abzuschliessen. Das Kabinenpersonal wolle «einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Restrukturierung der Swiss leisten».

Zu Zugeständnissen bereit

Konkret werde die Produktivität markant erhöht: Über 200 Stellen würden eingespart, ohne Entlassungen. Während der Laufdauer des GAV verzichte das Kabinenpersonal auch auf die Auszahlung des 25- Prozent-Anteils des 13. Monatssalärs, den es gegenwärtig habe. Der Anspruch auf das volle 13. Monatssalär im GAV bleibe erhalten.

Zudem solle ein kostengünstigeres Vorsorgemodell ausgearbeitet werden. Bis zur Einführung solle eine Übergangslösung vorbereitet werden, teilte Kapers mit. Weitergehende, «überhöhte Forderungen» der Swiss würden nicht akzeptiert.

Seit neun Monaten bekannt

Die Swiss nahm die Signale von der Kapers-Generalversammlung mit Enttäuschung zur Kenntnis. Die Fluggesellschaft habe nämlich keine neuen Zugeständnisse gefordert, sagte Unternehmenssprecherin Priska Spörri der Nachrichtenagentur sda.

Die Eckwerte der angestrebten Reduktion des Personalaufwands seien seit Beginn der GAV-Verhandlungen bekannt, also bereits seit neun Monaten. Die Swiss werde nun die neue Situation analysieren und das Gespräch mit Kapers suchen.

Das Unternehmen sei nach wie vor bestrebt, zusammen mit Kapers tragfähige Lösungen zu finden, die dauerhaft so viele Arbeitsplätze wie möglich sichern, sagte Spörri. Ziel bleibe der Abschluss eines neuen Gesamtarbeitsvertrags bis Ende 2005.

Auch Regionalflotte betroffen

In den Verhandlungen zwischen der Swiss und Kapers wird auch die Auslagerung der Regionalflotte ein Thema sein, die Anfang Oktober bekannt wurde. Zunächst soll das angestammte Kabinenpersonal die Regionalflüge begleiten. Später will die Tochtergesellschaft, die mit tieferen Kosten operieren soll, eigenes Personal rekrutieren.

Kapers steht hinter der neuen Airline, fordert aber einen GAV für das neue Personal.

(sda)

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