Swiss: Kapitalschnitt und Briten-Kredit

Aktualisiert

Swiss: Kapitalschnitt und Briten-Kredit

Die Fluggesellschaft Swiss hat von ihrer Partnergesellschaft British Airways den vereinbarten Kredit von 50 Mio. Fr. eingefordert. Bei den Verhandlungen für einen Liquiditätspuffer habe sich der Zeitdruck «massiv reduziert».

Dazu tragen neben dem per 16. März bezogenen Kredit die besser als erwartete Entwicklung der Liquidität, die bevorstehenden ertragsreicheren Sommermonate und die erzielten Kostensenkungen bei, wie die Swiss in einem Communiqué zur Bilanzmedienkonferenz vom Dienstag mitteilte.

«Entgegen der ursprünglichen Planung verfügt Swiss am tiefsten Punkt im zweiten Quartal 2004 über mehr als 250 Mio. Fr. an flüssigen Mitteln», heisst es. Danach werde ein erneutes Ansteigen der Liquidität erwartet.

Wie gross die liquiden Mittel derzeit sind, steht nicht in der Medienmitteilung. Ende Jahr hatten sie wie früher mitgeteilt 503 Mio. Fr. betragen. Im Schlussquartal waren 152 Mio. Fr. abgeflossen.

Der Quartalsverlust vor Restrukturierungskosten in den letzten drei Monaten 2003 betrug 90 Mio. Franken, nach minus 62 Mio. Fr. im dritten Quartal. Insgesamt erlitt die Swiss im vergangenen Jahr wie bereits bekannt einen Jahresverlust von 687 Mio. Franken, nach einem Minus von 980 Mio. Fr. in Vorjahr.

Wer allerdings auf die Bekanntgabe eines neuen Chefs oder das Zustandekommen des Liquiditätspuffers wartete, wurde enttäuscht. Auch ein Ausblick auf das laufende Jahr fehlt in dem Medienschreiben.

Stattdessen will die Swiss einen Kapitalschnitt beantragen. Damit will die Gesellschaft verhindern, dass das Nettoeigenkapital gesetzeswidrig unter die Hälfte des Aktienkapitals sinkt. Der Nennwert soll von 32 auf 18 Fr. pro Aktie gesenkt werden.

Die Verwaltungsräte, deren Amtszeit heuer ausläuft, stellen sich zur Wiederwahl, wie es heisst. Und die Konzernverkleinerung sei zu 60 Prozent umgesetzt. (sda)

Deine Meinung