18.10.2020 05:10

CoronakriseSwiss könnte Ende Jahr das Geld ausgehen

Quarantäneregel und Reisebeschränkungen scheinen der Fluggesellschaft Kopfzerbrechen zu bereiten. So sehr, dass die Airline neue Staatshilfe benötigen könnte, heisst es in einem Bericht.

von
Yasmin Rosner
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Bei der Ankunft am Flughafen Zürich weist ein Plakat darauf hin, für welche Länder die Quarantäneregel gilt. (5. August 2020)

Bei der Ankunft am Flughafen Zürich weist ein Plakat darauf hin, für welche Länder die Quarantäneregel gilt. (5. August 2020)

KEYSTONE
Die Swiss erhielt einen Notkredit von 1,5 Milliarden. 

Die Swiss erhielt einen Notkredit von 1,5 Milliarden.

REUTERS
Der Notkredit galt auch für die Schwestergesellschaft Edelweiss.

Der Notkredit galt auch für die Schwestergesellschaft Edelweiss.

REUTERS

Darum gehts

  • Die Swiss könnte gemäss der «SonntagsZeitung» schon bald neue Staatshilfe beantragen.

  • Seitens der Airline aber heisst es, dass man dank des Kredits durch die Krise kommen werde.

  • Laut einem Mitglied der Bundesverwaltung wird sich die Lage für die Swiss erst verbessern, wenn die Quarantäneregel durch einen Schnelltest ersetzt worden ist.

Bei der Swiss und im Bundeshaus rechnet man hinter den Kulissen damit, dass der Fluggesellschaft Ende Jahr das Geld ausgeht. Das schreibt die «SonntagsZeitung». Der Grund: Der Plan, auf dem der vom Bund mit einer Bürgschaft abgesicherte Notkredit von 1,5 Milliarden für die Swiss und ihre Schwestergesellschaft Edelweiss beruhte, ist angesichts der Reisebeschränkungen Makulatur geworden.

Bei der Swiss zeigt man sich zwar nach aussen hin gelassen. Der Milliardenkredit sei für die «kommenden Krisenjahre ausreichend», sagt eine Sprecherin. Doch hinter den Kulissen heisst es aus Kreisen des Swiss-Managements, dass es mit dem Geld «knapp werden könnte», falls die Lage mit Quarantäne und Reiseeinschränkungen noch lange über den Jahreswechsel hinaus besteht.

Im Umfeld des Bundesrats rechnet man ohne eine Verbesserung der Lage damit, dass die Swiss um die Jahreswende herum neues Geld braucht. Ein mit der Sache befasster hochrangiger Angehöriger der Bundesverwaltung mit Zugang zum Bundesrat sagt, das Problem sei die Quarantäneregel. Erst wenn diese zugunsten von Schnelltests abgeschafft werde, könne sich die Swiss wieder stabilisieren. Und: Es sei klar, dass der Bund ein Begehren um einen zweiten Hilfskredit nicht ablehnen könne, nachdem er bereits eine Bürgschaft von 1,275 Milliarden Franken übernommen hat.

Mit «sozialverträglichen Massnahmen» Entlassungen verhindern

Die Swiss dementiert, dass ihnen das Geld bald ausgehen könnte. «Es ist korrekt, dass sich Swiss und die Luftfahrt weltweit in der grössten Krise ihrer Geschichte befindet und die Lage angespannt ist», schreibt die Airline am Sonntag. Das oberste Ziel der Fluggesellschaft sei es, die Schweiz an Europa und die Welt anzubinden. Dies werde aufgrund des Flickenteppichs bei den Reisebestimmungen und aufgrund der Quarantänepflicht immer schwieriger.

«Wir befinden uns immer noch innerhalb des Businessplans. Dies auch aufgrund der Tatsache, dass sich das Geschäft im Sommer besser entwickelt hat, als erwartet», so heisst es laut Medienstelle. Bis anhin habe man ausserdem erst einen kleinen Teil des uns zur Verfügung gestellten Kredits bezogen. Es bestehe daher aktuell keine Bedarf, mit dem Bund in neue Verhandlungen einzutreten.

Laut Swiss sind die 1425 Stellen nicht gefährdet. Man setze derzeit auf drei sozialverträgliche Massnahmen: Einstellungsstopp, attraktive Teilzeitmodelle mit Lohnverzicht und frühzeitige Pensionierungen. Sollte sich die natürliche Fluktuation wie in den letzten Jahren entwickeln, könne der Personalbestand so in den kommenden zwei Jahren um rund 1000 Stellen reduziert werden.

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151 Kommentare
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Jeder trägt dazu bei

19.10.2020, 23:26

Wie wäre denn eine Lohnreduktion für Alle, wenn man schon nicht für viel Geld im Beutel fliegen darf, bzw. muss?

Waver

19.10.2020, 11:58

Schaut ... was Ihr Anrichtet, wenn die erfüllten Leben der ü70 von 0.23% nicht gehen lassen wollt und in Panik gerät, dass Ihr zu den 99.05% der u70j gehören könttet. STAATSKAPITALISMUS ZUR ENTWERTUNG DER WÄHRUNGEN AUF NULL. ** Meldung EZB: Europa sollte über ein dauerhaften Aufbaufonds nachdenken. "Der Corona-Aufbaufonds der Europäischen Union ist zwar eine Reaktion auf eine außergewöhnliche Situation. Wir sollten die Möglichkeit diskutieren, dass es im europäischen Instrumentenkasten verbleibt, damit es wieder verwendet werden kann, wenn ähnliche Umstände eintreten", so EZB-Präsidentin Christine Lagarde gegenüber der französischen Tageszeitung "Le Monde". WO BLEIBT DIE VERHÄLNISMÄSSIGKEIT ?

Flueger

19.10.2020, 07:56

Die Lufthansa wird wohl bei DEM Bundesrat wieder Milliarden abholen um die nach Frankfurt zu schicken. Die 7 werden nicht schlauer als die waren, die die Swissair der LH in den Rachen schoben. Seis drum. Die Swiss kann verschwinden, wir brauchen keine LH Tochter die mit unserem Wappen für eine marode Gesellschaft Werbung betreibt.