Eklat mit Gewerkschaft: Swiss kündigt Gesamtarbeitsvertrag
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Eklat mit GewerkschaftSwiss kündigt Gesamtarbeitsvertrag

Die Piloten der Swiss stehen ohne Gesamtarbeitsvertrag da. Zwischen der Fluggesellschaft und der Gewerkschaft kam es zum Eklat.

Die Swiss hatte im Coronajahr ein Passagierrückgang von 70 Prozent. 

Die Swiss hatte im Coronajahr ein Passagierrückgang von 70 Prozent.

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Die Fluggesellschaft Swiss und die Piloten-Gewerkschaft Aeropers konnten sich nicht einigen. In einer Mitteilung teilt die Swiss mit, dass der Gesamtarbeitsvertrag per Ende März 2022 gekündigt wird. «Ohne substantielle Beiträge und erweiterte Handlungsmöglichkeiten während der Corona-Krise ist es aus unserer Sicht unternehmerisch nicht zu verantworten, den aktuellen Gesamtarbeitsvertrag beizubehalten», erklärt Thomas Frick, Chief Operating Officer von Swiss.

In einer Stellungnahme von Aeropers heisst es: «Der Abbruch der Verhandlungen und die Kündigung des GAV 2018 betrachtet der Aeropers-Vorstand als traurigen Tiefpunkt der Sozialpartnerschaft und bedenkliches Zeichen der Firma gegenüber den Piloten.»

Minus von 70 Prozent bei Passagierzahlen

Die Swiss betont in ihrem Statement, dass die Luftfahrbranche schwer von der Corona-Pandemie getroffen sei. In den ersten neun Monaten im Jahr 2020 musste die Fluggesellschaft ein Minus von 70 Prozent bei den Passagierzahlen hinnehmen. Der operative Verlust belief sich gemäss Mitteilung auf 400 Millionen Franken.

Der Gewerkschaft ist sich gemäss eigenen Angaben bewusst, dass die Coronakrise eine «immense Herausforderung» für die Swiss darstellt. «Gerade deswegen sind aus Sicht des Pilotenverbandes aber gemeinsame Lösungen für die Bewältigung der Krise gefordert.» Aeropers ist überzeugt, dass eine Lösung hätte gefunden werden können. «Offensichtlich sieht die Swiss nun jedoch in der Krise eine Chance, aus ihrer Sicht schon länger störende Teile des GAV für immer abzuschaffen.»

Die Swiss schreibt in ihrer Mitteilung, dass sie sich zur «Sozialpartnerschaft bekennt». Frick: «Wir sind überzeugt, gemeinsam mit Aeropers einen neuen krisentauglichen und zukunftsfähigen Gesamtarbeitsvertrag für Pilotinnen und Piloten abschliessen zu können, der insbesondere auch Ansprüchen an moderne Arbeitszeitmodelle gerecht wird.»

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(woz)

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