Impfobligatorium - Swiss lässt ungeimpfte Pilotinnen und Piloten selbst im Notfall nicht abheben
Aktualisiert

ImpfobligatoriumSwiss lässt ungeimpfte Pilotinnen und Piloten selbst im Notfall nicht abheben

Die Fluggesellschaft lässt Flüge eher ausfallen, als ihre ungeimpften Mitarbeitenden einzusetzen. Obwohl es weltweit nur zwei Länder gibt, die von den Besatzungen einen Impfnachweis verlangen.

von
Marcel Urech
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Die Swiss hatte im August angekündigt, ihre Angestellten in der Luft durchimpfen zu wollen.

Die Swiss hatte im August angekündigt, ihre Angestellten in der Luft durchimpfen zu wollen.

20min/Community
Sie führte deswegen als erstes Schweizer Unternehmen ein Impfobligatorium ein.

Sie führte deswegen als erstes Schweizer Unternehmen ein Impfobligatorium ein.

20min/Michael Scherrer
Nun hat die Fluggesellschaft angekündigt, dass ihre ungeimpften Mitarbeitenden auch bei einem allfälligen Personalmangel aufgrund des Coronavirus nicht fliegen dürfen. (Symbolbild)

Nun hat die Fluggesellschaft angekündigt, dass ihre ungeimpften Mitarbeitenden auch bei einem allfälligen Personalmangel aufgrund des Coronavirus nicht fliegen dürfen. (Symbolbild)

Swiss

Darum gehts

  • Die Swiss will auch bei Personalknappheit nicht auf seine ungeimpften Mitarbeitenden zurückgreifen.

  • Obwohl es wegen Corona mehr Krankheitsfälle gibt und deswegen sogar Flüge ausfallen könnten.

  • Viele Piloten und Pilotinnen sowie Flugbegleiter und -begleiterinnen der Swiss haben sich bereits mit dem Coronavirus angesteckt.

Die Fluggesellschaft Swiss beschäftigt rund 200 ungeimpfte Piloten, Pilotinnen, Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter. Diese erhalten zwar noch Lohn, aber arbeiten dürfen sie nicht mehr. Doch was macht die Swiss, falls wegen Corona-Erkrankungen weitere Flüge ausfallen? Greift das Unternehmen dann doch auf sein ungeimpftes Personal zurück? Nein, schreibt die «Sonntagszeitung». Swiss werde Flüge eher ausfallen lassen, als seine ungeimpften Mitarbeitenden einzusetzen, sagt Sprecherin Karin Müller gegenüber der Zeitung.

Schlichtungsverhandlung scheitert

Viele Pilotinnen, Piloten, Flugbegleiter und Flugbegleiterinnen der Swiss haben sich bereits mit dem Coronavirus angesteckt. Müller warnt deswegen vor einer «weiteren Steigerung der Krankheitsfälle» und der möglichen Streichung von Flügen.

Eine Schlichtungsverhandlung mit dem ungeimpften Personal fruchtete diese Woche trotzdem nicht. Die Swiss lehnte die Ideen der Mitarbeitenden ab. Diese offerierten regelmässige Tests und schlugen vor, dass Genesene wieder arbeiten können – ohne Erfolg.

Die Swiss begründete die Einführung des Impfobligatoriums unter anderem damit, dass das auch andere Länder so handhaben. Weltweit verlangen bislang jedoch nur Kanada und Hongkong von der Flugzeugbesatzung einen Impfnachweis. Und die Swiss fliegt Hongkong nicht mal an.

Wegen Corona könnten Flüge ausfallen

Die Swiss hatte im August angekündigt, ihre Angestellten in der Luft durchimpfen zu wollen. Sie führte deswegen als erstes Schweizer Unternehmen ein Impfobligatorium ein. Wer sich der Corona-Impfung weigert, muss nun mit einer Kündigung rechnen. Seit der Ankündigung stieg die Zahl der Geimpften bei der Airline an.

Um Direktverbindungen über Kontinente hinweg anbieten zu können, müsse die Swiss «ihre fürsorgerischen Pflichten» gegenüber den Mitarbeitenden wahrnehmen, begründet Müller das Impfobligatorium heute. Per April suche die Fluggesellschaft neues Personal, schreibt die «Sonntagszeitung». Swiss habe darum jene Mitarbeitenden angeschrieben, die sie im Frühling wegen des pandemiebedingten Rückgangs entlassen habe.

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