Versicherung: Swiss Life erfüllt Erwartungen nicht
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VersicherungSwiss Life erfüllt Erwartungen nicht

Nach dem Absturz im Vorjahr hat sich Swiss Life 2009 wieder gefangen: Der Versicherungskonzern erzielte im fortgeführten Geschäft einen Gewinn von 324 Mio. Franken. Trotzdem hatten Analysten mehr erwartet.

Die Swiss Life hat sich nach dem Absturz im Vorjahr wieder aufgerappelt: Der Versicherungskonzern erzielte 2009 im verbliebenen Geschäft wieder einen Gewinn, nachdem er 2008 einen Milliardenverlust erlitten hatte. Weiterhin ein Klotz am Bein ist der Finanzdienstleister AWD.

Im verbliebenen Geschäft habe Swiss Life einen Gewinn von 324 Mio. Fr. eingefahren. Das seien 1,5 Mrd. Fr. mehr als im Vorjahr, sagte Konzernchef Bruno Pfister am Dienstag auf der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Das sei ermutigend.

Dennoch sank der Reingewinn 2009 unter dem Strich um ein Fünftel auf 277 Mio. Franken. Grund für den Rückgang ist der Verkauf der Banca del Gottardo und der Tochtergesellschaften in Belgien und den Niederlanden für 1,5 Mrd. Franken, der im Vorjahr das Ergebnis verschönert hatte. Ohne diesen Verkauf hätte der Konzern damals einen Verlust von über 1 Mrd. Fr. erlitten.

Mehr Prämien

Swiss Life habe 2009 durch die wiedergewonnene Dynamik die Prämien um 9 Prozent auf 20,2 Mrd. Fr. gesteigert, sagte Pfister. Zudem profitierte der Konzern von der Erholung der Finanzmärkte. Die Nettokapitalerträge kletterten von 289 Mio. auf 4,33 Mrd. Franken. Netto habe sich die Anlagerendite von 0,3 Prozent im Vorjahr auf 3,9 Prozent verbessert

Mit diesen Zahlen hat Swiss Life die Erwartungen der Analysten beim Gewinn knapp verfehlt. Diese hatten im Durchschnitt gemäss der Nachrichtenagentur AWP einen Gewinn von 285,8 Mio. Fr. erwartet. Allerdings hatte die Schätzungen aufgrund von Unsicherheiten recht weit auseinander gelegen (187 Mio. bis 370 Mio. Franken).

AWD enttäuschend

Wermutstropfen für den Konzern ist weiterhin der deutsche Finanzprodukte-Vertreiber AWD. Dieser riss ein Loch von 92 Mio. Fr. in die Kasse von Swiss Life. Obwohl darin Einmal- und Restrukturierungskosten enthalten seien, habe AWD mit seinem Betriebsverlust die Erwartungen deutlich verfehlt, sagte Pfister.

Immerhin sei das Unternehmen im zweiten Halbjahr operativ in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. «Wir erwarten keine weitere Restrukturierungskosten für AWD im laufenden Jahr», sagte Pfister. 2010 will AWD wieder einen Betriebsgewinn (EBIT) von 40 Mio. bis 50 Mio. Euro erreichen.

Erste Früchte trage das konzernweite Sparprogramm mit dem Namen «Meilenstein». Swiss Life habe im vergangenen Jahr die operativen Kosten (ohne Währungs- und Restrukturierungsbelastungen) um 10 Prozent gesenkt. Insgesamt sei man gut unterwegs zum Ziel, bis 2012 die Kosten um 350 Mio. bis 400 Mio. Fr. zu drücken, sagte Finanzchef Thomas Buess.

Dies bekommt das Personal zu spüren. Im August hatte das Unternehmen bekannt gegeben, bis 2012 in der Schweiz 520 Stellen abbauen zu wollen.

Schweizer Geschäft besser

Massive Fortschritte erzielte der Versicherer im Schweizer Geschäft. Hierzulande wurden wegen des Sparprogramms die operativen Kosten um 14 Prozent gedrückt. Das Schweizer Geschäft verbesserte sein Ergebnis um 1,2 Mrd. auf 467 Mio. Franken, und dies obwohl die Prämien um 8 Prozent auf 7,5 Mrd. Fr. schrumpften.

Signifikant zugelegt hat die Swiss Life in Deutschland, wo die Prämien um 15 Prozent auf 1,4 Mrd. Euro stiegen. Das Segmentsergebnis verdreifachte sich auf 61 Mio. Euro. Auch in Frankreich gelang dank eines Verkaufs eine Vervierfachung des Gewinns.

Der Start ins laufende Jahr sei gut gewesen, sagte Pfister. «Wir steuern alle Einheiten zu profitablem Wachstum.» Im Januar und Februar habe AWD schwarze Zahlen geschrieben. Der deutsche Finanzdienstleister entwickle sich nach Plan.

Die Swiss Life-Aktie stand zu Börsenschluss praktisch unverändert bei 136,90 Franken (- 0,4 Prozent).

(sda)

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