Aktualisiert 26.06.2017 15:34

Ausländische Namen

«Swiss Life ist eher die Regel als die Ausnahme»

Im Callcenter der Swiss Life verwenden viele Leute nicht ihren richtigen Namen. Laut einem Insider ist das keine Ausnahme.

von
asc
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A. Müller hat viele Jahre in einem Callcenter gearbeitet. Auch da gab es die Möglichkeit, seinen Namen zu ändern. Das war entweder bei ausländischen Namen oder bei Opfern von häuslicher Gewalt der Fall. (Symbolbild)

A. Müller hat viele Jahre in einem Callcenter gearbeitet. Auch da gab es die Möglichkeit, seinen Namen zu ändern. Das war entweder bei ausländischen Namen oder bei Opfern von häuslicher Gewalt der Fall. (Symbolbild)

Gemäss Müller ist Swiss Life keine Ausnahme, sondern eher die Regel. Es sei ein seriöses Unternehmen gewesen. Im Callcenter seien etwa zehn Prozent der Namen falsch gewesen.

Gemäss Müller ist Swiss Life keine Ausnahme, sondern eher die Regel. Es sei ein seriöses Unternehmen gewesen. Im Callcenter seien etwa zehn Prozent der Namen falsch gewesen.

AP/Miguel Villagran
Er hält es schon für sinnvoll, dass es die Möglichkeit gibt. Denn: Gewisse Personen mussten sich nur wegen ihres Namens Beschimpfungen niedrigster Art anhören. Gleichzeitig sei teilweise der Lohn auch an den Erfolg gekoppelt. Auf eine diskriminierende Art werde die Chancengleichheit wiederhergestellt.

Er hält es schon für sinnvoll, dass es die Möglichkeit gibt. Denn: Gewisse Personen mussten sich nur wegen ihres Namens Beschimpfungen niedrigster Art anhören. Gleichzeitig sei teilweise der Lohn auch an den Erfolg gekoppelt. Auf eine diskriminierende Art werde die Chancengleichheit wiederhergestellt.

Keystone/Walter Bieri

Herr Müller*, Sie haben einige Jahre in einem Callcenter gearbeitet. Gab es dort die Möglichkeit, einen anderen Namen zu verwenden?

Es gab die Möglichkeit, wenn man wollte und einen guten Grund hatte. Etwa Personen mit einer «ic»-Endung im Namen hatten deswegen trotz guter Arbeit einen klaren Nachteil.

Ist diese Regelung in Callcentern verbreitet?

Swiss Life ist keine Ausnahme, sondern eher die Regel. Ich habe an einem seriösen Ort gearbeitet und bei uns machte das maximal ein Zehntel aus. Fast jedes Unternehmen, das Leute nach Hause anruft, macht das.

Finden Sie das eine gute Regelung?

In einer moralisch perfekten Welt wäre das absolut verwerflich. Doch Vorurteile existieren: Gewisse Personen mussten sich Beschimpfungen niedrigster Art anhören – nur wegen ihres Namens. Wenn sich das jemand nicht antun will, hat er mein volles Verständnis. Hinzu kommt, dass man an gewissen Orten nach Erfolgsquote besser bezahlt wird. Auf eine diskriminierende Art wird die Chancengleichheit wiederhergestellt.

* Name der Redaktion geändert

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