Aktualisiert 20.10.2006 12:50

Swiss-Piloten haben wieder einen GAV

Die rund 700 Airbus-Piloten der Fluggesellschaft Swiss unterstehen ab November wieder einem Gesamtarbeitsvertrag (GAV). Allerdings müssen müssen sie bei den Arbeitsbedingungen Abstriche machen.

Die Mitglieder der Gewerkschaft Aeropers haben dem Vertrag mit 64,6 Prozent zugestimmt.

Der neue GAV für die Airbus-Piloten hat eine Laufzeit von drei Jahren, wie die Swiss am Freitag mitteilte. An der Abstimmung haben sich laut der Gewerkschaft Aeropers, in der die ehemaligen Swissair- Piloten organisiert sind, insgesamt 96,8 Prozent der Mitglieder beteiligt.

Die Fluggesellschaft und die Aeropers hatten sich Ende Juli 2006 über die Grundzüge des Vertragswerks geeinigt. Der alte GAV war Mitte 2006 ausgelaufen. Die Airbus-Piloten hatten damals mit Kampfmassnahmen gedroht, sollte der vertragslose Zustand anhalten.

Abstriche

Für die Airbus-Piloten ist der neue GAV nach Aeropers-Angaben mit einigen Abstrichen bei den Arbeitsbedingungen verbunden. So werde die Produktivität um mehr als 10 Prozent erhöht, sagte Aeropers-Vizepräsident Beat Schneider. Die ursprünglichen Forderungen der Swiss seien allerdings deutlich weiter gegangen.

Laut Schneider bringt der neue GAV den Piloten Kürzungen der Ferien und der freien Tage und verpflichtet sie zu mehr Flexibilität. Zudem sei er mit einer Lohneinbusse von 3 Prozent verbunden.

Beitrag zur Restrukturierung

Die Swiss wollte die Einzelheiten des GAV nicht kommentieren. Der neue GAV trage der laufenden Restrukturierung und dem verschärften Wettbewerbsumfeld Rechnung, teilte sie lediglich mit. «Wie jede Mitarbeiter-Gruppe leisten auch die Aeropers-Piloten einen Beitrag», sagte Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel.

Für die Aeropers ermöglicht der neue GAV der Swiss ein nachhaltiges Wachstum im Airbus-Segment. Damit verbunden sei die Schaffung von zusätzlichen Arbeitsplätzen auch ausserhalb des Cockpits, wie die Aeropers in ihrer Medienmitteilung schreibt.

Verbunden mit der Annahme des GAV ist auch ein Wechsel im Vorstand der Aeropers, wie die Gewerkschaft weiter mitteilte. Der bisherige Vizepräsident Christian Frauenfelder löst Christoph Flügel als Präsident ab. Neben Beat Schneider wird Urs Bänziger neu Vizepräsident.

Keine Gültigkeit für Avro-Piloten

Weiterhin ohne GAV sind dagegen die Avro «Jumbolino»-Piloten der Swiss European-Flotte. Die im Verband «Swiss Pilots» organisierten ehemaligen Crossair-Piloten hatten am 26. September einen eintägigen Streik durchgeführt. Anfang Oktober hatten Swiss Pilots und die Swiss European Verhandlungen aufgenommen.

(sda)

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