Swiss Airline prüft Einsatz kerosinsparender «Haifischhaut» auf Flugzeugen
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Aeroshark-TechnologieSwiss prüft den Einsatz von «Haifischhaut» auf ihren Flugzeugen

Eine neue Oberflächen-Technologie, von der Natur inspiriert, soll den Treibstoffverbrauch von Flugzeugen reduzieren. Die Technik stammt aus Deutschland, die Swiss ist sehr interessiert.

von
Lucas Orellano
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Auch Swiss-Flugzeuge könnten bald mit Haifischhaut ausgerüstet werden.

Auch Swiss-Flugzeuge könnten bald mit Haifischhaut ausgerüstet werden.

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Das Produkt namens «Aeroshark» soll die Reibung reduzieren.

Das Produkt namens «Aeroshark» soll die Reibung reduzieren.

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Es handelt sich laut Informationen der Firmen um einen Oberflächenfilm, der der feinen, gerippten Struktur von Haifischhaut nachempfunden ist.

Es handelt sich laut Informationen der Firmen um einen Oberflächenfilm, der der feinen, gerippten Struktur von Haifischhaut nachempfunden ist.

Lufthansa, BASF

Darum gehts

  • Die Lufthansa stattet zehn ihrer Frachter mit einer Folie aus, die Haifischhaut nachempfunden ist.

  • Damit sollen Treibstoff- und CO₂-Verbrauch reduziert werden.

  • Auch die Swiss evaluiert den Einsatz der neuartigen Technologie.

Die Lufthansa fliegt bald mit Haifischhaut an ihren Flugzeugen. Das Produkt heisst «Aeroshark» und wird ab 2022 an alle Boing-777-Frachter angebracht. Ziel ist, den Reibungswiderstand der Flugzeuge zu verringern. Denn je weniger Reibung eine Maschine erzeugt, desto weniger Treibstoff braucht sie, das Firmenbudget und die Umwelt freuts.

Bald könnten auch die Flugzeuge der Lufthansa-Tochter Swiss mit Haifischhaut ausgestattet sein. «Die von der LH Technik entwickelte Technologie ist hoch spannend und verfügt über signifikantes Potenzial, den Treibstoffverbrauch zu reduzieren», sagt Mediensprecherin Karin Müller auf Anfrage von 20 Minuten.

«Als Mitglied der Lufthansa Group verfolgt Swiss die Entwicklung und Zertifizierung der Haifischhaut sehr eng und evaluiert derzeit den Einsatz auf ihren Flugzeugen», so Müller weiter. Die Entwicklung stehe im Einklang mit ihren Bestrebungen, die Nachhaltigkeit und Ökologie des Fliegens permanent zu verbessern.

Die Swiss unternehme derzeit ebenfalls Anstrengungen, um die CO₂-Emissionen des Flugverkehrs zu reduzieren: Investitionen in moderne und treibstoffeffiziente Flugzeuge und Triebwerke, effizientere Konzepte für An- und Abflug, sowie die Digitalisierung der Anflugtechnologien.

Die Natur als Vorbild

«Aeroshark» ist ein Gemeinschaftsprojekt von Lufthansa Technik und dem Chemieunternehmen BASF. Es handelt sich laut Informationen der Firmen um einen Oberflächenfilm, der der feinen, gerippten Struktur von Haifischhaut nachempfunden ist. Die Rippen, sogenannte Riblets, sind 50 Mikrometer gross.

Zum Einsatz kommen soll die neue Technologie an den strömungsrelevanten Stellen der total 10 Frachtflugzeuge vom Typ Boeing 777F. Lufthansa Technik rechnet dank «Aeroshark» mit einer Reibungsverminderung von mehr als einem Prozent. Unter dem Strich ergäbe sich damit eine Einsparung von 3’700 Tonnen Kerosin und rund 11’700 Tonnen CO₂ pro Jahr. Hochgerechnet auf die gesamte Cargo-Flotte der Lufthansa entspräche der jährlich eingesparte CO₂-Ausstoss 48 einzelnen Frachtflügen von Frankfurt nach Shanghai.

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