Neues Preismodell: Swiss schafft Kreditkartengebühr ab
Aktualisiert

Neues PreismodellSwiss schafft Kreditkartengebühr ab

Die Airline Swiss verlangt keinen Zuschlag mehr beim Bezahlen mit Kreditkarte. Aber: Die Ticketpreise könnten erhöht werden.

von
ish
1 / 10
Wer bei der Swiss bucht, muss bei Kartenzahlungen bislang noch einen Zuschlag von 1,4 Prozent bezahlen.

Wer bei der Swiss bucht, muss bei Kartenzahlungen bislang noch einen Zuschlag von 1,4 Prozent bezahlen.

Keystone/Martin Ruetschi
Nun will die Airline per 28. März diesen Aufuschlag abschaffen. Statt dessen gibt es einen Rabatt von pauschal 5 Franken, für alle die ohne Kreditkarte z ahlen.

Nun will die Airline per 28. März diesen Aufuschlag abschaffen. Statt dessen gibt es einen Rabatt von pauschal 5 Franken, für alle die ohne Kreditkarte z ahlen.

Keystone/Gaetan Bally
Kreditkartengebühren sind auch von den Kartenfirmen selbst verboten: In einem 10-seitigen speziellen Schweizer Vertragszusatz schreibt so Mastercard: «Die Mastercard-Regeln verbieten Händlerzuschläge, die sich auf Kreditkartenzahlungen beziehen.»

Kreditkartengebühren sind auch von den Kartenfirmen selbst verboten: In einem 10-seitigen speziellen Schweizer Vertragszusatz schreibt so Mastercard: «Die Mastercard-Regeln verbieten Händlerzuschläge, die sich auf Kreditkartenzahlungen beziehen.»

AP/Mark Lennihan

Die Swiss schlägt eine Volte: Die Airline schafft den Aufschlag fürs Zahlen eines Flugtickets per Kreditkarte ab. Und führt zugleich einen Rabatt für diejenigen ein, die ohne Karte bezahlen. Ab dem 28. März solle dies in Kraft treten, berichtet die «SonntagsZeitung».

Der Rabatt soll unabhängig vom Ticketpreis fünf Franken betragen, so Kai Schilb zu der Zeitung. Er ist bei der Lufthansa-Gruppe, zu der die Swiss gehört, für die Bezahlungssysteme zuständig. Im Gegenzug zu der Vergünstigung für alle, die ohne Kreditkarte zahlen, könnte Swiss nun die Ticketpreise auf einigen Strecken um fünf Franken erhöhen. Und zwar dann, wenn es «am Markt eine entsprechende Zahlungsbereitschaft gibt», so Schilb weiter. Entscheidend sei der allgemeine Angebot- und Nachfragemechanismus. Denn: «Wir können nicht einfach für jedes Ticket fünf Franken mehr verlangen», so Schilb.

Bislang bis zu 30 Franken Aufpreis

Swiss gehört zu den wenigen Händlern, die bislang noch für Kreditkartenzahlungen einen Zuschlag von 1,4 Prozent erheben, das kann je nach Flug bis zu 30 Franken ausmachen. Dies obwohl nach einer Gebührenanpassung der Wettbewerbskommission (Weko) für Händler Transaktionen mit Kreditkarten im Schnitt seit 2017 gleich teuer wie Barzahlungen geworden sind.

Für die Airline geht es bei den Kreditkartenzuschlägen um viel Geld. In der Branche kursiert die Zahl von 20 bis 30 Millionen Franken, die die Fluggesellschaft dank den Zuschlägen jährlich als Zusatzertrag einnimmt. Die Swiss wollte die Zahlen nicht kommentieren. Die Swiss gebe nur tatsächlich entstehende Kosten weiter und verdiene an den Aufschlägen nichts, hiess es.

Die Kreditkartenfirmen verbieten Händlerzuschläge. Mastercard etwa droht den Händlern mit Bussen von 100'000 Dollar bei der fünften Widerhandlung.

Bleiben Sie über Wirtschaftsthemen informiert

Wenn Sie die Benachrichtigungen des Wirtschaftskanals abonnieren, bleiben Sie stets top informiert über die Entwicklungen der Business-Welt.

Und so gehts: Installieren Sie die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippen Sie rechts oben auf die drei Streifen, dann auf das Zahnrad. Wenn Sie dann nach oben wischen, können Sie die Benachrichtigungen für das Wirtschafts-Ressort aktivieren.

Deine Meinung