Aktualisiert 03.05.2006 16:06

Swiss-Ski verliert sein grösstes Talent an Norwegen

Hiobsbotschaft für Swiss-Ski: Die Nordischen verlieren den grössten Hoffnungsträger in der Kombination. Jan Schmid (22) kann den Lockrufen der Norweger nicht länger widerstehen und will künftig für seine zweite Heimat starten.

Swiss-Ski verhandelt mit dem norwegischen Verband noch über die Wechselmodalitäten und wird auf eine Ausbildungsentschädigung pochen. Als «Transfersumme» schweben Disziplinenchef Hippolyt Kempf einige zehntausend Franken vor. Sollten sich die beiden Verbände wider Erwarten nicht einigen können und Swiss-Ski die Freigabe verweigern, würde Student Schmid für ein Jahr gesperrt. Sein jüngerer, ebenfalls talentierter Bruder Tommy bleibt Swiss-Ski zumindest vorläufig erhalten. Gleiches gilt für die Leistungsträger Ivan Rieder und Andreas Hurschler, die an Rücktritt gedacht haben.

Jan Schmid, der seit Jahren in der Nähe von Trondheim wohnt und Doppelbürger ist, hat im Training zuletzt zwischen der norwegischen Mannschaft und dem Swiss-Ski-Team gependelt. Der starke Springer nahm in Salt Lake City und Turin an Olympischen Spielen teil und klassierte sich im Weltcup bisher dreimal unter den ersten zehn.

Schmid galt als grösstes Schweizer Talent seit Andy Hartmann. Der 26-jährige Bündner hat seine Karriere nun auch offiziell beendet. Er gewann als Junior zwei Einzel-WM-Medaillen, schaffte im Weltcup einmal den Sprung auf das Podest (1997 in Oslo) und belegte an den Olympischen Spielen 2002 die Ränge 8 (Sprint) und 9 (Klassische Distanz). Hartmann bestritt bereits in der vergangenen Saison keine Wettkämpfe mehr.

Was die Kaderselektionen der Skispringer und Kombinierer betrifft, blieben Überraschungen aus. In beiden Disziplinen haben je zwei Athleten Nationalmannschaftsstatus . Skispringer Michael Möllinger wurde nach einer Saison in der Nationalmannschaft ins A-Kader zurückgestuft.

(si)

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