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Trotz SparprogrammSwiss-Spitze zahlt sich Boni aus

In einem E-Mail an alle Mitarbeiter kündigt die Lufthansa-Gruppe neue einschneidende Schritte an. Die Swiss-Chefs belohnen sich davor aber noch fürs gute Jahr 2019.

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Boni trotz Krise: Tristen Winter für den Lufthansa-Konzern angekündigt. (Archivbild)  

Boni trotz Krise: Tristen Winter für den Lufthansa-Konzern angekündigt. (Archivbild)

Keystone/Salvatore Di Nolfi
Der scheidende Chef Thomas Klühr will seinen Betrag jedoch erst einfordern, wenn die Swiss dem Bund den Kredit zurückbezahlt hat.

Der scheidende Chef Thomas Klühr will seinen Betrag jedoch erst einfordern, wenn die Swiss dem Bund den Kredit zurückbezahlt hat.

Keystone/Walter Bieri
Die Coronapandemie stürzte die Flugbranche in die schlimmste Krise ihrer Geschichte.

Die Coronapandemie stürzte die Flugbranche in die schlimmste Krise ihrer Geschichte.

Keystone/Salvatore Di Nolfi

Darum gehts

  • Die Geschäftsleitung der Swiss hat entschieden, trotz der Krise nicht auf die Boni für 2019 zu verzichten.

  • Der scheidende Chef Thomas Klühr will jedoch auf seinen Betrag warten, bis die Swiss den Kredit an den Bund zurückbezahlt hat.

  • Am Wochenende verschickte die Spitze des Lufthansa-Konzerns, zu dem die Swiss gehört, ein Mail an die Belegschaft, das einen tristen Winter ankündigt.

Die Flugbranche befindet sich in einer der schlimmsten Krisen ihrer Geschichte. Am Wochenende verschickte die Spitze des Lufthansa-Konzerns, zu dem die Swiss gehört, ein Mail an die Belegschaft, das einen tristen Winter ankündigt: Die Anzahl der Passagiere werde voraussichtlich bei weniger als einem Fünftel des Vorjahreswertes liegen. Die Swiss reagiert unter anderem, indem sie ältere, ineffizientere Maschinen am Boden lässt und einen Teil der Mitarbeiter wieder in Kurzarbeit schickt, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet.

Vor diesem Hintergrund mutet es befremdend an, dass die Geschäftsleitung der Swiss entschieden hat, sich für das erfolgreiche Geschäftsjahr 2019 einen Bonus auszuzahlen. Drei Mitglieder des Gremiums erhalten das Geld in diesen Tagen, wie ein Firmensprecher dem «Tages-Anzeiger» bestätigt. Im Gegenzug hätten sie eingewilligt, für dieses Jahr und «bis auf weiteres» auf eine variable Vergütung und eine Erhöhung des Basisgehalts zu verzichten.

Der scheidende Chef Thomas Klühr dagegen hat entschieden, den Betrag erst einzufordern, wenn die Swiss den vom Bund garantierten 1,5-Milliarden-Kredit zurückbezahlt hat. Das dürfte, wenn überhaupt, erst in ein paar Jahren der Fall sein.

(chk)

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129 Kommentare
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Phil761

28.10.2020, 12:49

Dafür sind n der Krise aber Geld vom Staat beziehen. Das geht gar nicht! In guten Zeiten sollen Rücklagen für Krisen wie jetzt gebildet werden, so wie in der Privatwirtschaft jedes Unternehmen machen sollte!

Patrick

28.10.2020, 10:39

Einfach nicht mehr mit Swiss fliegen!

Urs

27.10.2020, 06:23

Ist doch klar, das die auf nichts verzichten. Die Gier steht ganz oben