Aktualisiert 28.07.2016 13:02

Terror und PutschversuchSwiss stellt Flüge nach Istanbul ein

Die Ereignisse in der Türkei haben Folgen: Die Buchungen sind eingebrochen. Die Schweizer Airline streicht Istanbul aus dem Streckennetz.

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hal
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Als ihr Stützpunkt von Bürgern und Polizisten beschossen worden sei, hätten sie um ihr Leben gefürchtet und seien geflohen, gaben die acht geflohenen Türken zu Protokoll: Ein türkischer Offizier (mit verhülltem Gesicht) wird zum Gericht in Alexandroupolis geführt. (21. Juli 2016)

Als ihr Stützpunkt von Bürgern und Polizisten beschossen worden sei, hätten sie um ihr Leben gefürchtet und seien geflohen, gaben die acht geflohenen Türken zu Protokoll: Ein türkischer Offizier (mit verhülltem Gesicht) wird zum Gericht in Alexandroupolis geführt. (21. Juli 2016)

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Asylgesuch an Griechenland: Einer der türkischen Offiziere (M.), der nach dem Putschversuch nach Griechenland flüchtete (27. Juli 2016).

Asylgesuch an Griechenland: Einer der türkischen Offiziere (M.), der nach dem Putschversuch nach Griechenland flüchtete (27. Juli 2016).

Keystone/Yorgos Karahalis
Die Justiz hatte schon kurz nach der Flucht ein erstes Urteil gefällt: Ein Polizist führt einen der geflohenen Soldaten ins Gericht in Alexandroupolis.

Die Justiz hatte schon kurz nach der Flucht ein erstes Urteil gefällt: Ein Polizist führt einen der geflohenen Soldaten ins Gericht in Alexandroupolis.

AFP/Sakis Mitrolidis

Istanbul galt lange als absolute Trenddestination. 12,6 Millionen Touristen reisten 2015 in die Stadt am Bosporus. Nur noch vier Metropolen auf der Welt zogen gemäss Zahlen von Mastercard mehr Reisende an: London, Bangkok, Paris und Dubai.

Damit ist es wegen der Terroranschläge und dem Putschversuch vorbei. Zuletzt traf es Ende Juni den Flughafen Atatürk. Beim Attentat starben 45 Menschen. Das hat Folgen. Die «massive Verschlechterung der Sicherheitslage» habe zu einem deutlichen Buchungsrückgang geführt, sagt Swiss-Sprecherin Meike Fuhlrott gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet.

Anschläge halten Reisende ab

Daraus zieht die Fluggesellschaft nun Konsequenzen. «Swiss wird Istanbul im Winter 2016/17 aus dem Programm nehmen.» Bislang flog sie zwei Mal pro Tag in die türkische Metropole.

Zwischen Januar und Mai sanken die Besucherzahlen in der Türkei bereits um 22 Prozent. Nach dem gescheiterten Putsch und der seither zunehmend autoritären Politik von Präsident Recep Tayyip Erdogan dürfte die Nachfrage nach Städtetrips nach Istanbul noch weiter sinken – und auch diejenige nach Geschäftsreisen.

Heftige Konkurrenz

Auch das Umfeld ist nicht gerade freundlich. Swiss beklagt sich über «das starke Wachstum der teilstaatlichen Turkish Airlines». Das habe zu «Überkapazitäten und einem starken Preisverfall» geführt. Aus dem gleichen Grund nahm vor anderthalb Jahren bereits die österreichische Lufthansa-Tochter Austrian Airlines ihre Flüge nach Istanbul aus dem Programm. Auch sie nannte aber daneben eine sinkende Nachfrage.

Übernommen und gekürzt von Tagesanzeiger.ch/Newsnet

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