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Streik in DeutschlandSwiss streicht morgen alle München-Flüge

Wer am Mittwoch von Zürich oder Genf nach München fliegen will, muss umbuchen. Die Lufthansa streicht wegen Warnstreiks insgesamt fast 900 Flüge.

von
Isabel Strassheim

Alle 16 Flüge der Swiss von und nach München fallen am Mittwoch aus. «Wir haben für den 27. April sämtliche Verbindungen auf den Strecken Zürich-München-Zürich und Genf-München-Genf gestrichen», sagte die Sprecherin der Fluggesellschaft, Meike Fuhlrott, zu 20 Minuten. Swiss-Flüge von den anderen Flughäfen Frankfurt am Main, Düsseldorf und Hannover seien weiterhin geplant. Es könne jedoch zu kurzfristigen Verzögerungen oder Ausfällen kommen.

Die deutsche Dienstleistungsgesellschaft Verdi ruft für Mittwoch zu einem Warnstreik an deutschen Flughäfen bei Sicherheitskontrollen, Gepäckabfertigung oder Flughafenfeuerwehr auf. Welche Flüge starten oder landen können, hängt davon ab, wie viel Personal zur jeweiligen Schicht tatsächlich antritt. Deswegen entscheidet sich erst im Tagesverlauf, zu welchen weiteren Streichungen oder Verzögerungen es an deutschen Flughäfen kommt.

Vor allem der Flughafen München ist betroffen, sämtliche Interkontinentalflüge von und nach der bayerischen Hauptstadt hat auch die Swiss-Muttergesellschaft Lufthansa für diesen Tag gestrichen. Auch bei den Lufthansa-Töchtern Germanwings und Eurowings kommt es zu Ausfällen. Ebenso sind europäische und innerdeutsche Strecken betroffen, am Mittwoch wird es so lediglich 90 Flüge von und nach München geben. Auch bei Air Berlin dürfte es zu Flugausfällen kommen.

87'000 Passagiere betroffen

Bei der Lufthansa fallen fast 900 Flüge aus. Davon seien insgesamt 87'000 Passagiere betroffen, erklärte die Airline. Von den ursprünglich geplanten rund 1500 Flügen könnten damit 40 Prozent an den Start gehen. Seit Montagabend gebe es einen Sonderflugplan.

In Frankfurt werden 350 vor allem innerdeutsche und europäische Flüge gestrichen, während die Interkontinentalverbindungen weitgehend aufrechterhalten werden. Nach dem Ende des Streiks in Frankfurt sollen ab 15 Uhr die Lufthansa-Flüge wieder normal verkehren.

Ohne Feuerwehr darf kein Flugzeug starten oder landen

Verdi will neben München und Frankfurt auch die Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn, Dortmund und Hannover bestreiken. Damit richtet sich die Gewerkschaft nicht gegen die Airlines, sondern gegen den deutschen Bund und Kommunen, von denen sie eine Lohnerhöhung von sechs Prozent im öffentlichen Dienst verlangt. Auch in deutschen Krankenhäusern, Kindertagesstätten, Rathäusern und dem Nahverkehr sind die Beschäftigten deswegen immer wieder im Ausstand.

Bestreikt werden sollen etwa Werkstätten, Luftsicherheitskontrollen sowie Bodenverkehrsdienste wie Vorfeld, Fracht, Gepäck und Verwaltung. Noch gravierender sind Streiks bei den Flughafenfeuerwehren. Denn ohne Feuerwehr ist der Flugbetrieb aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Der Flughafenverband ADV hatte die Warnstreiks als «völlig unangemessen» kritisiert.

Swiss ermöglicht kostenlose Umbuchung

Swiss-Passagiere können ihre Flüge vom 27. April von oder via Frankfurt, München, Düsseldorf oder Hannover einmalig kostenlos umbuchen, teilte die Airline 20 Minuten mit. Unabhängig davon, ob der Flug tatsächlich vom Streik betroffen ist.

Vom Streik an den Flughäfen nicht betroffen ist laut Lufthansa der grösste Teil der internationalen Flüge von und nach Frankfurt. An diesem wichtigsten Drehkreuz Deutschlands müssten allerdings die meisten innerdeutschen Verbindungen und zahlreiche Europaflüge annulliert werden. Nach dem Ende des Streiks in Frankfurt sollen ab 15.00 Uhr die Lufthansa-Flüge wieder normal verkehren.

Lufthansa-Personalvorstand Bettina Volkens sagte laut Mitteilung, der Streik zeige erneut, «dass wir dringend Regeln für Arbeitskämpfe im Luftverkehr benötigen». Die Airline fordert verbindliche Mediations- oder Schlichtungsverfahren vor Arbeitskämpfen.

Von den Verdi-Warnstreiks am Mittwoch an deutschen Flughäfen werden Zehntausende Passagiere betroffen sein. Das teilte Lufthansa mit. Alle Interkontinentalflüge von und nach München würden gestrichen. Auch innerdeutsche und europäische Strecken seien betroffen.

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