Aktualisiert 10.02.2004 13:51

Swiss trotzte Januarloch

Erfreuliche Zahlen für die Swiss: Sie hat die Sitzauslastung im Januar im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozentpunkte auf 70,2 Prozent gesteigert.

Die Auslastung stieg dank Straffung von Netz und Einführung des neuen Europakonzepts, wie Swiss am Dienstag mitteilte. Die Börse prüft bei Swiss erneut die allfällige Verletzung von Publikationsvorschriften.

Die Fluggesellschaft Swiss beförderte im vergangenen Januar insgesamt 679.699 Passagiere, 21,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Dennoch verzeichnete die Airline im monatlichen Vergleich zum vierten Mal in Folge eine Verbesserung der Sitzauslastung gegenüber der Vorjahresperiode. Äusserst positiv auf die Auslastung habe sich die Straffung des Angebots in Europa um rund einen Drittel in Verbindung mit der Einführung von «Swiss Europe Savers» ausgewirkt. So betrug der Sitzladefaktor im vergangenen Januar 51,5 Prozent gegenüber 46,1 Prozent im Vorjahr. Während die angebotenen Sitzkilometer (ASK) 32,6 Prozent unter dem Vorjahreswert lagen, wurde der damit verbundene Rückgang der Nachfrage (RPK) auf 24,6 Prozent begrenzt.

Mit 77,8 Prozent lag der Sitzladefaktor auf den Interkontinentalstrecken zwar höher als im Bereich Europa, im Vorjahresvergleich ging die Auslastung aber um einen Prozentpunkt zurück. Während das Angebot um 17,7 Prozent reduziert wurde, gab die Nachfrage mit 18,7 Prozent stärker nach. Mit 2,9 Prozentpunkten ging die Auslastung auf dem für die Swiss wichtigsten Interkontinentalmarkt, den Nordatlantikstrecken, am stärksten zurück. Im Fernostgeschäft wurde demgegenüber eine Zunahme von 1,1 Prozentpunkten auf 83,4 Prozent registriert.

Mögliche Verletzung der Ad-hoc-Publizität

Die Schweizer Börse SWX gab am Dienstag die Eröffnung einer Untersuchung gegen Swiss bekannt. Vorabklärungen hätten ergeben, dass bei der Bekanntmachung der Zahlen des dritten Quartals 2003 in der Sonntagspresse möglicherweise die Bestimmungen der Ad-hoc-Publizität verletzt worden seien. So war der Neunmonatsverlust von 609 Millionen Franken einen Tag vor der offiziellen Veröffentlichung bereits detailliert in der «SonntagsZeitung» beschrieben worden. Swiss-Chef Andre Dose hatte daraufhin rigorose Schritte gegen das Informationsleck angekündigt. Auch eine Strafanzeige wurde von Swiss geprüft. Die SWX hatte die Swiss bereits Anfang vergangenen Novembers wegen der Verletzung der Ad-hoc-Publizitäts-Bestimmung gerügt. Die Geschäftsleitung hatte im Februar während der Börsenhandelszeit telefonisch Geschäftspartner über die bevorstehende Flottenverkleinerung und den Stellenabbau informiert.

Zur Mittagszeit wurde die Swiss-Aktie an der Schweizer Börse zu 11,10 Franken gehandelt. Das waren 0,9 Prozent weniger als am Vorabend. (dapd)

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