Corona-Krise: Swiss verhängt Einstellungsstopp
Aktualisiert

Corona-KriseSwiss verhängt Einstellungsstopp

Ganz Italien ist eine Sperrzone: Die Swiss reduziert darum ihre Flüge. Zudem stellt die Airline in den administrativen Bereichen vorerst kein neues Personal mehr an.

von
sas
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Die Swiss passt die Flüge nach Italien an. Ab Mittwoch wird noch Rom angeflogen.

Die Swiss passt die Flüge nach Italien an. Ab Mittwoch wird noch Rom angeflogen.

Keystone/Christian Merz
Alle Flüge nach Italien gestrichen hat Norwegian Air.

Alle Flüge nach Italien gestrichen hat Norwegian Air.

Schweizer Touristen sind wegen des Coronavirus verunsichert. In Italien gibt es im Moment die meisten Corona-Infektionen in Europa.

Schweizer Touristen sind wegen des Coronavirus verunsichert. In Italien gibt es im Moment die meisten Corona-Infektionen in Europa.

Yara Nardi

Die Folgen der Coronavirus-Krise schlagen bei der Swiss auch aufs Personal durch. Die Schweizer Fluggesellschaft stellt in den administrativen Bereichen vorerst keine neuen Mitarbeitenden ein.

«Ob dies auch für die operativen Bereiche gelten wird, prüfen wir derzeit», sagte Swiss-Sprecher Michael Stief am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP zu einem entsprechenden Artikel des Onlineportals «Travelnews» vom Vortag.

Airlines streichen Flüge

Obwohl die italienischen Flughäfen offen sind, ziehen die Airlines ihre Konsequenzen. So hat Norwegian Air angekündigt, alle Flüge nach Italien zu annullieren. Grund dafür seien die Beschränkungen, die die italienische Regierung auf das ganze Land ausgeweitet habe, teilt die Airline mit. Die Günstig-Fluggesellschaft flog in Italien fünf Destinationen an.

Massnahmen trifft auch die Swiss: Sie fliegt am Dienstag nur noch einmal nach Florenz und einmal nach Rom – und wieder zurück. Geplant gewesen wären an einem normalen Dienstag 14 Rotationen, wie Sprecher Michael Stief auf Anfrage von 20 Minuten sagt.

Am Mittwoch ist nur noch ein Flug nach und von Florenz vorgesehen – an einem gewöhnlichen Mittwoch wäre die Swiss 13-mal nach Italien und zurück geflogen. Aufgrund der dynamischen Situation passe die Swiss den Flugplan entsprechend kurzfristig an, sagt Stief weiter. Die Swiss flog in Italien bis vor der Corona-Krise Rom, Neapel, Florenz und Venedig an. Zudem hat Helvetic Airways täglich bis vier Flüge für die Swiss nach Mailand durchgeführt.

Tel Aviv wird nicht mehr angeflogen

Bekannt ist bereits, dass die Streckenanpassungen ab Zürich und Genf das gesamte Kurz- und Mittelstreckennetz sowie auf der Langstrecke die Ziele Tokio, Osaka und Singapur betreffen. So wird Tel Aviv bis zum Ende des Winterflugplans am 28. März von der Swiss und den weiteren Fluggesellschaften der Lufthansa-Gruppe gar nicht mehr angeflogen. Allein von den Flugstreichungen der Swiss nach Tel Aviv seien über 13'000 Fluggäste betroffen, hatte eine Sprecherin auf Anfrage gesagt.

Insgesamt hat der Lufthansa-Konzern rund 780 Flugzeuge in der Flotte, die im vergangenen Jahr durchschnittlich 3226 Flüge pro Tag absolviert haben. Die 14 grössten Maschinen vom Typ Airbus A380 will der Konzern nach Möglichkeit komplett am Boden lassen.

Milliardenschaden für Airline-Branche

Der Nachfrageeinbruch könnte die Luftfahrtbranche in diesem Jahr eine dreistellige Milliardensumme an Umsatz kosten, schätzt der Branchenverband IATA. Je nachdem, ob sich die Epidemie auf weitere Länder ausbreite, gingen den Airlines im Passagiergeschäft voraussichtlich Erlöse von 63 bis 113 Milliarden US-Dollar verloren. Das wäre ein Einbruch um 19 Prozent, was mit den Folgen der weltweiten Finanzkrise 2008/2009 vergleichbar ist.

Flexible Umbuchungen

Die Swiss bietet per sofort flexiblere Umbuchungsmöglichkeiten an. Die neuen Kulanzregelungen gelten bei Umbuchungen für bestehende wie auch für zukünftige Buchungen weltweit. Konkret verzichte die Airline bis zum 31. März bei allen neu gebuchten Flügen auf die Umbuchungsgebühren. Für bestehende Buchungen gelte die neue Kulanzregelung für Flüge mit einem Abflugdatum bis zum 30. April 2020. Fluggäste könnten ihr Flugticket einmal ohne Gebühr auf ein neues Datum bis zum 31. Dezember 2020 umbuchen.

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