Flughafen Genf: Swiss will Easyjet den Rang ablaufen

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Flughafen GenfSwiss will Easyjet den Rang ablaufen

Flugzeuge mit dem Schweizer Kreuz sind in Genf längst von der orangen Billig-Airline verdrängt worden. Doch nun will die Swiss wieder die Nummer 1 in der Calvin-Stadt werden.

von
meg
Die Swiss will mit ihren Star-Alliance-Partnern die Billig-Airline Easyjet vom Genfer Thron stossen.

Die Swiss will mit ihren Star-Alliance-Partnern die Billig-Airline Easyjet vom Genfer Thron stossen.

Auf dem Genfer Flughafen dominiert längst die Farbe Orange. Die Billig-Airline Easyjet hat die Swissair beziehungsweise die Swiss als Nummer 1 in der Calvin-Stadt abgelöst. Doch das soll sich jetzt wieder ändern.

«Zusammen mit unseren Star-Alliance-Partnern wie Lufthansa, United oder Air Canada möchten wir in Genf wieder die Nummer eins werden, sagt Swiss-Verkaufschef Rudolf Schumacher in der Zeitung «Der Sonntag». Einst hatte die Swissair in der Calvin-Stadt 20 Flugzeuge stationiert. Nach dem Grounding und der Geburt von Swiss waren es noch vier. Zur Zeit sind wieder zehn Flieger in Genf. Rechnet man mit 150 Millionen Franken an Investitionen pro Maschine, hat die Swiss in den letzten zehn Jahren eine knappe Milliarde Franken investiert. Zudem beschäftigt die Fluggesellschaft in Genf 80 Personen – den Grossteil in der Wartung und rund 180 Crew-Mitglieder aus der Region.

«Grösseres Wachstumspotenzial als in Zürich»

Die Swiss ist vom Standort Genf überzeugt. Schumacher sagt: «Wir sehen in Genf mittel- bis langfristig ein grösseres Wachstumspotenzial als in Zürich, vor allem dank internationalen Firmen, die sich hier niederlassen, oder Institutionen wie der UNO, der ETH Lausanne, oder dem Cern und natürlich auch der wachstumsstarken Rohstoff- und Tradingbranche.»

Zudem hofft die Swiss auf ein einträgliches Geschäft mit den in Genf lebenden Ausländern. Viele Expats weisen eine hohe Reisetätigkeit sowohl privat als auch geschäftlich auf.

«An Easyjet-Preisniveau gewöhnt»

Robert Deillon, Direktor des Genfer Flughafens, unterstreicht das Potenzial: «Unser Verkehrswachstum war in den letzten drei, vier Jahren eines der grössten in ganz Europa.» Das Passagierwachstum habe 2011 10,5 Prozent betragen, «so viel wie nie zuvor», sagte Deillon gegenüber dem «Sonntag». Gemäss dem Flughafen-Direktor stiegen die Passagierzahlen im ersten Halbjahr 2012 um weitere 6 Prozent.

Doch auch dem Verkaufschef der Swiss ist klar, dass der Weg zur Nummer 1 kein Spaziergang wird. «Der Preiskampf ist hart. Die Genfer haben sich leider an das Easyjet-Preisniveau gewöhnt», sagt Rudolf Schumacher. Hinzu kommt, dass die Konkurrenten vom schwachen Euro profitieren, während für die Swiss die Kosten in Franken anfallen.

Revolte bei Flight Attendants

Bei der Kapers, der Gewerkschaft des Swiss-Kabinenpersonals, kommt es zu Neuwahlen des Vorstands. An einer ausserordentlichen Generalversammlung wurde bei einer Vertrauensabstimmung über den bestehenden Vorstand entschieden, im Herbst Neuwahlen anzusetzen. Grund für die interne Revolte ist eine Gruppe unzufriedener Flight Attendants mit dem Namen «Quo vadis Kapers?» (QVK). Die QVK-Mitglieder fühlen sich von der Kapers-Führung zu wenig gut vertreten und fordern bessere Anstellungsbedingungen. Man wolle nicht alle abwählen, aber man brauche aufmüpfigere Köpfe. Die QVK plant überdies, eine grosse, nationale Gewerkschaft ins Boot zu holen, um in Vertragsverhandlungen schlagkräftiger zu werden. Die Unzufriedenheit beim Kabinenpersonal hatte an Weihnachten ihren Höhepunkt erreicht, als die Swiss die Gratifikation strich und stattdessen ein Käse-Holzbrett schenkte. (meg)

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