Aktualisiert 13.01.2020 04:06

Mehr Swissness

Swiss will eigenen Duft in der Kabine versprühen

Die Airline führt einen Duft ein, den die Passagiere beim Check-in und an Bord riechen sollen. Eine Expertin warnt vor Nebenwirkungen.

von
Dominic Benz
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Die Swiss setzt eine eigene Duftnote: In den kommenden Monaten führt die Airline schrittweise einen eigenen Duft ein.

Die Swiss setzt eine eigene Duftnote: In den kommenden Monaten führt die Airline schrittweise einen eigenen Duft ein.

Keystone/Gaetan Bally
Der Duft soll etwa schon beim Check-in riechbar sein.

Der Duft soll etwa schon beim Check-in riechbar sein.

Keystone/Salvatore di Nolfi
Und auch an Bord soll der Duft in der Luft oder am Erfrischungstuch hangen.

Und auch an Bord soll der Duft in der Luft oder am Erfrischungstuch hangen.

Keystone/Christian Beutler

Die Swiss soll bald riechbar sein. Sowohl in der Flugzeugkabine als auch am Flughafen wird die Airline einen eigens kreierten Duft einsetzen. Auch in der Luft soll der Duft hängen. Das Unternehmen will so das Image als echte Schweizer Airline bewahren, wie die «SonntagsZeitung» schreibt.

Swiss-Sprecher Stefan Vasic bestätigt gegenüber «20 Minuten» die Pläne. «Das übergeordnete Ziel ist, unseren Kunden das Fliegen entlang der ganzen Reisekette mit allen Sinnen erlebbar zu gestalten.» Anders gesagt: Der Duft wird einem auf dem Weg zwischen Check-in bis zur Landung immer wieder begegnen.

Schrittweise Einführung

Eingeführt wird das neue Duft-Konzept schrittweise in den nächsten Monaten. Mit dem neuen Duft versehen hat die Swiss bereits die Erfrischungstücher für die Gäste an Bord. Sie sind aber noch nicht grossflächig im Einsatz, da die alten Tücher zuerst aufgebraucht werden müssen.

Nach was der Swiss-Duft riecht, will der Sprecher nicht verraten. Er betont lediglich, dass es nichts Aufdringliches sein werde. «Ganz unseren Markenwerten entsprechend soll der Duft naturbelassen, zurückhaltend und subtil sein.» Zudem werde er in der Schweiz produziert.

Emotionale Bindung

Laut Marta Kwiatkowski haben in den letzten Jahren immer mehr Unternehmen solche Duft-Strategien eingeführt. «Das soll eine emotionale Bindung an die Marke erzeugen», sagt die Konsumforscherin des Gottlieb Duttweiler Instituts (GDI) auf Anfrage. Düfte bewirkten viel. Sie setzten sich im Hirn fest und seien daher stark mit Erinnerungen verbunden.

Laut Kwiatkowski streben Unternehmen mit Düften eine gesamtheitliche Marken-Identität an. «Marken verstehen sich als Persönlichkeiten. Dazu gehört das Visuelle, das Auditive und eben auch der Geruch.» Mit dem Duft wolle man die Kundenbindung verstärken und Wohlbefinden auslösen. «Je wohler man sich in einem Konsumumfeld wie zum Beispiel einem Laden fühlt, desto mehr ist man bereit zu konsumieren.»

Abbau von Stress

Für die die Expertin ist es denkbar, dass der Duft bei der Swiss auch zur Beruhigung oder zum Abbau von Stress eingesetzt werden könne. «Marken wissen immer mehr um die Bedeutung des Wohlbefindens, und entwickeln entsprechende Strategien.»

Laut «SonntagsZeitung» ist die Swiss seit längerem darum bemüht, die Swissness stärker zu betonen. Damit will der Konzern sich stärker vom Mutter-Konzern Lufthansa abzugrenzen. Helfen sollen nicht nur ein Duft, sondern auch Schweizer Produkte, die die Passagiere an Bord oder am Flughafen nutzen können.

Nebenwirkungen

So bietet die Swiss den Passagieren in der Business Class und auf Langstreckenflügen in der Economy Class Seifen des Zürcher Herstellers Soeder an. Ebenso verteilt die Swiss in der Business Class Necessaires von Victorinox. In der First Class erhalten die Gäste ein Pyjama der Wäsche-Firma Zimmerli. Zudem serviert das Personal neuerdings Cocktails aus einer fertigen Mischung des Zürcher Start-ups Mikks.

Doch nicht alle Produkte könnte den Swiss-Passagieren behagen.

So warnt Kwiatkowski vor Nebenwirkungen beim Einsatz von Düften. Ein Geruch könne auch nerven und abstossend wirken. «Ist der Duft zu intensiv, kann das gerade auf Langstreckenflügen lästig werden oder gar Allergien auslösen.»

Diesen Risiken ist sich die Swiss bewusst. «Wir werden bei diesem Thema, wie bei allen anderen Produkten und Dienstleistungen, die Reaktionen unserer Kunden genau beobachten», so Swiss-Sprecher Vasic.

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