Swissair: Corti kontert Vorwürfe
Aktualisiert

Swissair: Corti kontert Vorwürfe

Der Vorwurf des Swissair-Liquidators Karl Wüthrich , das Grounding der Swissair vom 2. Oktober 2001 sei fehlendem Krisenmanagement zuzuschreiben, sei falsch.

In einer der «SonntagsZeitung» zugestellten Replik stellte der gescheiterte Ex-Swissair-Chef Mario Corti die Vorwürfe aus seiner Sicht richtig und kritisierte die Grossbank UBS.

Der Vorwurf Wüthrichs, das Grounding der Swissair vom 2. Oktober 2001 sei fehlendem Krisenmanagement zuzuschreiben, sei falsch. Richtig sei vielmehr, dass sowohl Grounding als auch Nachlassstundung von den Grossbanken angestrebt worden seien. Die UBS habe sich trotz anders lautenden Beteuerungen von höchster Stelle immer mehr von der Gruppe distanziert. Es sei auch falsch, dass es zu einem unkontrollierten Grounding kam, obwohl auf verschiedenen Konten noch Geld vorhanden gewesen sei. Die Swissair habe am Morgen des 2. Oktobers über eine disponierbare Liquidität von 4,2 Millionen Franken verfügt. Alle Beteiligten seien am vorhergehenden Wochenende ausdrücklich und eindringlich gewarnt worden, dass die Ankündigung einer Nachlassstundung den Liquiditätsbedarf explosionsartig ansteigen lassen würde. Der Bitte, man möge deshalb einer vorsorgliche Aufstockung der Liquidität zustimmen, sei nicht entsprochen worden. Wüthrichs Annahme, dass das Grounding vielleicht geordnet stattgefunden hätte, falls es um zwei bis drei Tage hinausgeschoben worden wäre, sei falsch. Eine Hinausschiebung sei aus Liquiditätsgründen gar nicht möglich gewesen. Die Stilllegung einer hochkomplexen Fluggesellschaft, welche mit vielen flugnahen Betrieben in der Schweiz und weltweit aufs Engste verzahnt gewesen sei, hätte zudem zwingend eine Vorlaufzeit von mehreren Monaten benötigt.

Wüthrich hatte in der «SonntagsZeitung» vor Wochenfrist dem gescheiterten Sanierer Corti Fehler beim Krisenmanagement vorgeworfen. Die UBS habe Corti bereits Ende März 2001, zwei Wochen nach dessen Antritt als Swissair-Sanierer, über die desolate Lage der Luftverkehrsholding ins Bild gesetzt und eine umfassende Sanierung gefordert. (dapd)

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