Swissair-Prozess: Auch Staehelin schweigt

Aktualisiert

Swissair-Prozess: Auch Staehelin schweigt

Das grosse Schweigen geht weiter: Im Swissair-Prozess hat auch der ehemalige SAirGroup-Verwaltungsrat Gaudenz Staehelin heute Aussagen zu den Vorwürfen im Strafprozess verweigert.

Vor dem Bezirksgericht Bülach gab er lediglich eine Erklärung ab. Er sei immer noch schmerzlich betroffen vom Untergang des SAirGroup-Konzerns und bedauere die dadurch entstandenen schmerzlichen Verluste und die Folgen für die Mitarbeiter. Auch Staehelin verwies aber auf die hängigen Zivilverfahren, bei denen ihm die vor Strafgericht gemachten Äusserungen in einem anderen Kontext wieder vorgehalten werden könnten.

Die Staatsanwaltschaft wirft Staehelin zusammen mit acht weiteren ehemaligen SAirGroup-Verwaltungsräten Gläubigerschädigung durch Vermögensverminderung und ungetreue Geschäftsbesorgung vor.

Mit Ausnahme von Thomas Schmidheiny am (gestrigen) Donnerstag haben bisher auch alle anderen befragten Ex-Verwaltungsratsmitglieder Vreni Spoerry, Gerhardt Fischer, Benedict Hentsch, Andres Leuenberger und Antoine Hoefliger von ihrem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch gemacht. Sie verwiesen zum Teil auf die hängigen Zivilverfahren in der Höhe von mehreren Hundert Millionen Franken.

Die Anschuldigungen der Staatwanwaltschaft betreffen die vom Verwaltungsrat im Frühjahr 2001 beschlossene Restrukturierung beziehungsweise Sanierung der Airline-Subholding SAirLines durch die Topholding SAirGroup sowie eine Zahlung an die belgische Sabena von 150 Millionen Euro.

(dapd)

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