Swisscom geschäftet erfolgreich
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Swisscom geschäftet erfolgreich

Die Übernahme von Fastweb und andere Sondereffekte haben Gewinn und Umsatz von Swisscom in den ersten neun Monaten markant erhöht.

Swisscom steigerte den Reingewinn in den ersten neun Monaten 2007 gegenüber der Vorjahresperiode um 32,4 Prozent auf 1,627 Milliarden Franken. Der Gewinnsprung ist laut Konzernchef Carsten Schloter auf den Rückkauf des 25-Prozent-Anteils von Vodafone an Swisscom Mobile im Dezember 2006 zurückzuführen. Das Betriebsergebnis (EBITDA) verbesserte sich um 14,7 Prozent auf 3,275 Milliarden Franken, wie Swisscom am Mittwoch weiter bekannt gab. Der Betriebsgewinn (EBIT) stieg um 8,5 Prozent auf 1,963 Milliarden Franken. Der Verkauf von Antenna Hungaria brachte einen Gewinn vor Steuern von 157 Millionen Franken. Der Konzernumsatz wuchs im Zuge der Übernahme des italienischen Breitbandanbieters Fastweb um 12,3 Prozent auf 8,082 Milliarden Franken.

Ein Blick auf das Kerngeschäft in der Schweiz zeige ebenfalls nicht schlechte Zahlen, sagte Schloter am Mittwoch an einer Telefonkonferenz. Bereinigt um Sondereffekte stieg der vergleichbare Nettoumsatz um 0,3 Prozent. Trotz Kosten für die Einführung neuer Produkte und den Aufbau neuer Geschäftsbereiche wie Bluewin-TV sank der EBITDA im Kerngeschäft nur um 0,9 Prozent. Schloter sprach deshalb von einem insgesamt sehr erfreulichen Ergebnis in einem stagnierenden, wenn nicht sogar rückläufigen Telekommunikationsmarkt Schweiz.

Die Zahl der Handy-Kunden stieg netto um 7,3 Prozent. Bei den Festnetzkunden meldet Swisscom eine Zunahme der Anschlüsse um 3,8 Prozent. Der Ausbau der Netzinfrastruktur mit der neuen Breitbandtechnologie VDSL führte zu einem starken Anstieg der Investitionen im Festnetzbereich. Das Engagement im Breitbandbereich zahlt sich aus: Die Zahl der Breitbandanschlüsse stieg in den ersten neun Monaten um 19,4 Prozent. Die Kosten für Bluewin-TV sollen laut Schloter innert Jahresfrist halbiert werden. Im Bereich High Definition TV (HDTV) läuft derzeit ein Pilotprojekt. Auf breiter Ebene soll HDTV auf die Fussball-Europameisterschaft, allenfalls schon früher lanciert werden.

Der seit dem Vollzug der Übernahme am 22. Mai 2007 in den Konzernabschluss der Swisscom integrierte italienische Breitbandanbieter Fastweb rechnet laut Schloter für das ganze Geschäftsjahr mit einer EBITDA-Zunahme von 59 Prozent auf 480 Millionen Euro. Der Ausblick liegt wegen tieferer Umsätze mit Behörden 40 Millionen Euro unter der ursprünglichen Einschätzung von Fastweb von Anfang Jahr.

Im Ausblick rechnet Swisscom dennoch weiterhin mit einem Jahresumsatz von gegen 11,3 Milliarden Franken und einem EBITDA von 4,4 bis 4,5 Milliarden Franken. Die Investitionen werden sich auf rund zwei Milliarden Franken belaufen.

Bund hat Swisscom-Anteil auf 52 Prozent gesenkt

Der Bund hat seinen Anteil an der Swisscom im laufenden Jahr auf 52 Prozent gesenkt. Das sind 2,8 Prozentpunkte weniger als noch Ende 2006, wie das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) am Mittwoch bekannt gab. Insgesamt hat der Bund 1 593 764 Swisscom-Aktien im Schnitt zu einem Kurs von 473,30 Franken veräussert und somit 750 Millionen Franken an ausserordentlichen Einnahmen erzielt. Ende vergangenen Septembers belief sich der Bundesbestand noch auf 29 494 000 Swisscom-Aktien. Dieser Abbau entspricht laut EFD der Absicht des Bundes, den Anteil am Telekommunikationskonzern mittelfristig und unter Berücksichtigung der Marktverhältnisse auf das Niveau von 50 Prozent plus eine Aktie zu senken. (dapd)

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