Aktualisiert 12.07.2019 06:43

50 Fr. Entschädigung

Swisscom löscht private Fotos hunderter Nutzer

Aufgrund eines Software-Fehlers wurden bei der Swisscom private Dateien von Nutzern unwiderruflich gelöscht. Betroffen sind mehrere Hundert Kunden.

von
doz
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Bei der Entwicklung einer Software-Komponente ist bei Swisscom eine Panne aufgetreten.

Bei der Entwicklung einer Software-Komponente ist bei Swisscom eine Panne aufgetreten.

Keystone/Melanie Duchene
Private Dateien von Nutzern wurden unwiderruflich aus MyCloud gelöscht.

Private Dateien von Nutzern wurden unwiderruflich aus MyCloud gelöscht.

Keystone/Georgios Kefalas
MyCloud funktioniert ähnlich wie Apples iCloud.

MyCloud funktioniert ähnlich wie Apples iCloud.

AP/Marcio Jose Sanchez

Über 400'000 Schweizer speichern private Dateien wie Fotos oder Videos auf MyCloud, einer Software von Swisscom, die ähnlich wie Dropbox oder Apples iCloud funktioniert. Wie der «Tages Anzeiger» berichtet, ist es bei der Software vor zwei Wochen aber zu eine grossen Panne gekommen. Die Dateien von Hunderten von Nutzern wurden aus Versehen unwiderruflich gelöscht.

Die Swisscom übernimmt die volle Verantwortung für die Panne. «Es handelt sich um einen Fehler, der bei der internen Entwicklung einer Software-Komponente entstanden ist», sagt ein Swisscom-Sprecher gegenüber der Zeitung. Das Unternehmen will nicht angeben, wie viele Kunden genau betroffen sind. Es handle sich aber um «einige Hundert».

Bereits zweite grössere Datenpanne

Nach der Panne setzte sich die Swisscom telefonisch direkt mit den betroffenen Kunden in Verbindung. Oft seien sie erst dadurch auf das Verschwinden ihrer Dateien aufmerksam geworden. Ausserdem bot das Unternehmen ihnen 50 Franken als Entschädigung an.

Wer mit dieser Entschädigung nicht einverstanden ist, hat kaum rechtliche Möglichkeiten. In den allgemeinen Geschäftsbedingungen hat sich die Swisscom für solche Pannen abgesichert und lehnt jegliche Haftung ab. Laut Internetanwalt Martin Steiger bleibt der Gang vor den Friedensrichter und – falls keine Einigung zustande kommt – eine Klage. Doch das sei teuer und die Daten seien sowieso für immer weg.

Bereits die zweite grosse Panne

Pro Kunde seien nur rund fünf Prozent aller Daten verschwunden, heisst es bei der Swisscom. Dies bestätigt ein Leser gegenüber dem «Tages Anzeiger». Ein weiterer erzählt jedoch, dass beinahe 90 Prozent seiner Dateien gelöscht worden seien. Er habe aber glücklicherweise Kopien auf einem lokalen Datenträger abgespeichert.

Dies stellt bereits die zweite grössere Datenpanne bei Swisscom dar. Ende 2017 wurde bekannt, dass die Daten von rund 800'000 Swisscom-Kunden in die falschen Hände geraten waren. Damals war allerdings nicht die Swisscom selbst, sondern eine Partnerfirma Schuld am Malheur.

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