Swisscom-Privatisierung: Keine Chance beim Volk
Aktualisiert

Swisscom-Privatisierung: Keine Chance beim Volk

Eine vollständige Privatisierung der Swisscom ist derzeit beim Volk nicht mehrheitsfähig. Laut einer Umfrage der SRG SSR idée Suisse würden nur gerade 25 Prozent der Stimberechtigten eine solche Vorlage an der Urne gutheissen.

56 Prozent lehnten dagegen in einer Ende April von gfs.bern im Auftrag der SRG durchgeführten repräsentativen Umfrage eine vollständige Privatisierung ab, wie die SRG am Freitag mitteilte. 19 Prozent waren noch unentschlossen.

Noch ist offen, ob und in welcher Form sich der Souverän überhaupt äussern muss. Doch bereits jetzt - der Nationalrat beginnt seine Swisscom-Debatte voraussichtlich am Mittwoch - ist klar, dass eine Teilprivatisierung mit Sperrminorität des Bundes weitaus grössere Chancen hätte als eine vollständige Privatisierung.

56 Prozent der Befragten würden eine solche Lösung befürworten und nur 31 Prozent lehnen auch diese Variante ab. 13 Prozent hatten keine Meinung dazu, wie die SRG weiter schreibt.

Ablehnung in allen Landesteilen

Eine vollständige Privatisierung stösst zudem in allen Landesteilen auf Ablehnung: In der Deutschschweiz lag der Anteil der Befürworter bei 25 Prozent und jener der Gegner bei 58 Prozent. Im Tessin sagten 21 Prozent Ja und 62 Prozent Nein.

Unter den Romands haben sich dagegen 29 Prozent noch keine Meinung gebildet. 46 Prozent lehnen eine vollständige Privatisierung ab und 25 Prozent befürworten diese.

Am stärksten ist die Ablehnung einer Vollprivatisierung erwartungsgemäss bei den SP-Wählern (73 %). Gespalten sind dagegen CVP- und FDP-Anhänger: Unter den CVP-Wählern liegt der Nein-Anteil bei 46 Prozent, die Befürworter kommen auf 30 Prozent. Bei den FDP- Anhängern sagen 46 Prozent Ja und 41 Prozent Nein.

Die SVP-Wähler scheinen ihrerseits Mühe mit der Parole ihrer Partei zu haben: 59 Prozent der SVP-Wähler lehnen derzeit eine Vollprivatisierung ab und nur 23 Prozent befürworten dies.

Solide Mehrheiten für Teilprivatisierung

Hingegen besässe eine Teilprivatisierung mit Sperrminorität sowohl in den drei Landesteilen wie auch nach Parteianhängern aufgeschlüsselt gute Chancen. In der Deutschschweiz liegt der Ja- Anteil für diese Variante bei 57, in der Romandie bei 59 Prozent. Einzig im Tessin lehnen 50 Prozent auch diese Variante ab (31 Prozent Ja).

Zudem würden 55 Prozent der SP-Wählerschaft diese Lösung goutieren (36 % Nein). Bei der FDP wären es 62 Prozent (30 % Nein) und bei der CVP sogar 72 Prozent (20 % Nein). Auch die SVP-Wähler würden zu 59 Prozent hinter einer Teilprivatisierung stehen (33 % Nein).

Die Umfrage von gfs.bern wurde vom 18. bis 26. April bei 1220 stimmberechtigten Personen in den drei grossen Sprachregionen durchgeführt. Die statistische Fehlerquote beträgt rund &/- 2,9 Prozent.

(sda)

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