«iO» statt WhatsApp?: Swisscoms Chat-App im ersten Test
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«iO» statt WhatsApp?Swisscoms Chat-App im ersten Test

Einen Tag vor der offiziellen Ankündigung ist Swisscoms Smartphone-Messenger im App Store von Apple aufgetaucht. Wir haben den Gratis-Dienst auf dem iPhone ausprobiert.

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dsc

Die Gerüchte haben sich bewahrheitet: Swisscom lanciert einen plattformübergreifenden Smartphone-Messenger. Der Name: iO. Wofür das Kürzel steht, ist nicht bekannt. Fest steht, dass der kostenlose Service nicht unter der international bekannten Bezeichnung Joyn lanciert wird.

Für heute Dienstag hat Swisscom die Medienvertreter zu einer Orientierung eingeladen. Dann werden die Verantwortlichen auch über die technischen Details informieren.

Die iO-App ist bereits am Montag in Apples App Store veröffentlicht worden. Laut Beschrieb ist iO eine plattformübergreifende iPhone-App, die es den Nutzern erlaubt, via Internet zu telefonieren und Nachrichten auszutauschen. Dank Push-Benachrichtigungen erhalte man Nachrichten und Anrufe von Freunden, Kollegen und Familie sofort – oder auch nachträglich, falls man vorübergehend offline sein sollte. Weiter heisst es, dank iO könne man gratis mit allen anderen iO-Nutzern kommunizieren. «Alle Funktionen werden ohne zusätzliche In-App-Käufe zur Verfügung gestellt.»

Einfach einzurichten

Wir haben den WhatsApp-Herausforderer auf einem iPhone 4S ausprobiert. Der erste Eindruck ist positiv: Nach dem Herunterladen kann man den Dienst in wenigen Minuten einrichten. Zunächst gilt es – wie bei WhatsApp & Co. – die eigene Mobilfunknummer zu registrieren. Dann erhält man per Kurznachricht einen Bestätigungscode. Nun ist man beim Swisscom-Server angemeldet und kann die weiteren Einstellungen tätigen. So lässt sich etwa ein Profilbild auswählen und man kann einen Namen und Vornamen angeben.

Bevor man loslegen kann, soll man der iO-App den Zugriff auf das eigene Adressbuch erlauben. Daraufhin stehen die Kontakte grundsätzlich zur Verfügung. Wenn man jemanden erreichen will, der die App noch nicht installiert hat, wird ein Hinweis eingeblendet: Man solle diese Person zu iO einladen. Durch einfaches Antippen wird eine entsprechende Kurznachricht an die gewählt Nummer gesendet.

Weniger Funktionen

Die Chatfunktion funktioniert in unserem kurzen Test wie gewünscht. So lassen sich Kurznachrichten und Fotos (aus dem Fotoalbum des Geräts) im Handumdrehen versenden, Videos hingegen nicht. Der Funktionsumfang ist im Vergleich mit WhatsApp äusserst begrenzt: So kann man weder Fotos oder Filme zum anschliessenden Versenden aufnehmen. Und auch das Verschicken von Sprachnotizen, Kontakten oder des eigenen Standorts ist nicht möglich.

Beim Telefonieren stürzt die App zunächst noch vor dem Zustandekommen einer Verbindung ab. Mehrfach. Bei weiteren Versuchen klappt es dann problemlos, die Verbindungsqualität ist auch über eine 3G-Verbindung tadellos.

Auch für Android

Laut App-Beschrieb funktioniert iO auf dem iPhone «mit praktisch allen Mobilfunkanbietern und Netzwerken, aber bei einigen Anbietern gelten Einschränkungen». Die App unterstütze weder den iPod noch das iPad, heisst es. Gleichzeitig ist unter dem App-Store-Kriterium «Kompatibilität» zu lesen, dass die App kompatibel sei mit dem iPod touch und dem iPad...

Für Android-Smartphones war die iO-App am frühen Montagnachmittag noch nicht erhältlich. Über die Verfügbarkeit für andere Plattformen (Windows Phone 8, etc.) ist bislang nichts bekannt.

Reicht das?

Fazit: Die Swisscom steigt spät ins Rennen der Smartphone-Messenger ein und versucht nun, das Feld von hinten aufzurollen. Die iO-App ist eine abgespeckte Mischung aus WhatsApp und Skype, sie dürfte aber mit grösserer Sicherheit und dem Schutz der sensiblen Nutzerdaten punkten. Ob dies reicht, um gegen die Platzhirsche anzutreten?

So richtig nützlich wird der Gratis-Service erst, wenn die App auf vielen Geräten installiert ist. Hier werden die kommenden Monate über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.

Update 16 Uhr

Die Android-Version von Swisscom iO ist nun bei Google Play verfügbar.

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