Aktualisiert 19.10.2006 17:01

Swissmedic: Neuanfang mit neuen Köpfen

Direktor Franz Schneller hat seinen Rücktritt erklärt. Oder besser sein Rücktritt ist erklärt worden. Er blieb der Medienkonferenz fern. Auch vier andere Kadermitglieder müssen den Hut nehmen.

Dies gab Christine Beerli, Präsidentin des Institutsrates, an einer kurzfristig anberufenen Medienkonferenz bekannt. Ausschlag zu den Reformschritten gab die immer lauter werdende Kritik verschiedener Seiten. Seit Mai stand die Zulassungspraxis von Medikamenten im Kreuzfeuer der Kritik. Zuletzt kam diese vor allem von der Gesundheitskommission des Nationalrates und der Naturärzte- Vereinigung der Schweiz.

Nebst Direktor Franz Schneller müssen vier weitere Kadermitglieder den Hut nehmen. Es handelt sich hierbei um Paul Dietschy, Franz Reigel, Samuel Vozeh und Hans Thöni. Sie leiteten seit Gründung der Swissmedic jene Geschäftsbereiche, die die Arzneimittelzulassung und die Marktüberwachung umfassten.

Im Mai hat der Institutsrat ein Projekt zur Prozess- und Organisationsanalyse eingeleitet. «Damit Swissmedic ihren gesetzlichen Auftrag zur Gewährleistung der Heilmittelsicherheit auch künftig wirkungsvoll wahrnehmen und zudem transparent und effizient arbeiten kann». (sda)

Swissmedic

Swissmedic ist seit 1. Januar 2002 für die Überwachung von Heilmitteln in der Schweiz zuständig. Sie ist in der Betriebsführung selbständig und hat ein eigenes Budget. Swissmedic ist dem Eidg. Departement des Innern angegliedert.

Das Institut hat seinen Sitz in Bern und ist aus der Fusion der Interkantonalen Kontrollstelle für Heilmittel (IKS) und der Facheinheit Heilmittel des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) entstanden. Es hat seinen Betrieb gleichzeit mit dem Inkrafttreten des Heilmittelgesetzes aufgenommen.

Swissmedic ist verantwortlich für die Zulassung von Heilmitteln auf dem Schweizer Markt. Sein Hauptaugenmerk ist die Verkürzung der Fristen bis zur Markteinführung. Beim Zulassungsverfahren beurteilt Swissmedic die Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit eines Arzneimittels. Dies kann mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Die Aufgaben von Swissmedic umfassen auch die Information der Patienten, der Fachleute, der Politik und der Medien. Um die Gesundheitsrisiken besser zu erkennen und die Effizienz der Kontrollen zu verbessern, arbeitet das Institut mit ausländischen Behörden und Institutionen zusammen.

Swissmedic ist in drei vom Bundesrat gewählte Organe geteilt: ein siebenköpfiger Institutsrat, präsidiert von der Berner alt Ständerätin und jetzigen Direktorin der Hochschule für Technik und Informatik in Biel und Burgdorf, Christine Beerli, ein Direktor, seit 1. April 2005 Franz Schneller, und eine Revisionsstelle.

Das Institut beschäftigt 280 Vollzeit-Mitarbeiter. Sein Budget liegt bei 70 Millionen Franken und setzt sich aus verschiedenen Gebühren und Bundesbeiträgen zusammen. (sda)

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