Aktualisiert 11.10.2017 10:29

Stadt ZürichSwissmill-Tower soll zur Kletterwand werden

Klettern am Swissmill-Silo: Wenn es nach drei Architekten geht, soll im Kreis 5 schon bald die höchste innerstädtische Kletterwand der Welt entstehen.

von
20M
1 / 3
Die drei Architekten der IG Zürinordwand wollen am 118 Meter hohen Swissmill-Tower eine Kletterwand installieren.

Die drei Architekten der IG Zürinordwand wollen am 118 Meter hohen Swissmill-Tower eine Kletterwand installieren.

zuerinordwand.ch
Der Betonturm sorgt immer wieder für hitzige Diskussionen und wurde schon als «städtebauliche Sünde», «Schandfleck» und «118 Meter Hässlichkeit» bezeichnet.

Der Betonturm sorgt immer wieder für hitzige Diskussionen und wurde schon als «städtebauliche Sünde», «Schandfleck» und «118 Meter Hässlichkeit» bezeichnet.

Keystone/Christian Beutler
Bereits im Juli machte Microsoft zusammen mit einem Zürcher Künstler einen Vorschlag, um die Fassade mit einem Kunstwerk zu verschönern.

Bereits im Juli machte Microsoft zusammen mit einem Zürcher Künstler einen Vorschlag, um die Fassade mit einem Kunstwerk zu verschönern.

Patrick Weber

Das äussere Erscheinungsbild des 118 Meter hohen Swissmill-Turms im Stadtzürcher Kreis 5 sorgt immer wieder für hitzige Diskussionen und wurde schon als «Städtebauliche Sünde», «Schandfleck» oder «118 Meter Hässlichkeit» bezeichnet. Anfang Juli 2017 wollte der Tech-Gigant Microsoft das Silo mit lokalen Künstlern verschönern. Wie die NZZ am Mittwoch vermeldet, gibt es einen neuen Gestaltungsvorschlag von drei Architekten, die die IG Zürinordwand gegründet haben.

Der Unterschied zu den bisherigen Vorschlägen: Den drei Architekten gefällt das schlanke Silo, sie wollen aber die Betonfassade besser nutzen – als Kletterwand. «Wieso sollte man Kletterwände nur an Bauten auf Industriebrachen einrichten?», sagt Robert Fischer, Vorstandsmitglied des Vereins und Freizeitkletterer.

Weniger als 10'000 Franken Kosten für den Bau einer Route

Technisch sei die Idee keine grosse Herausforderung. Der Bau einer Route koste unter 10'000 Franken. Der graue Turm sei ein Glücksfall, denn man könne die Wand erklimmen, ohne Bewohner oder Mitarbeiter aufzuschrecken. Mit 118 Metern Höhe würde die Swissmill-Kletterwand wohl auch die höchste innerstädtische Kletterroute der Welt sein.

Wie die NZZ schreibt, sei die Idee gar nicht so unrealistisch. In Wien werde beispielsweise schon auf 20 Routen am Flakturm über den Dächern der Stadt geklettert. Im US-Bundesstaat Nevada kann man zudem die rund 50 Meter hohe Fassade des Whitney-Peak-Hotels hinaufklettern.

Dialog mit Coop als nächster Schritt

Für das Projekt gibt es auch schon prominente Befürworter: Die mehrfache Schweizer Meisterin im Sportklettern, Nina Caprez, unterstützt beispielsweise die Idee der IG Zürinordwand. Oder auch Marc Angélil, Professor für Architektur und Entwurf an der ETH Zürich.

Als nächster Schritt will man mit Coop, der Eigentümerin des Swissmill-Towers, das Gespräch suchen. Dafür steht auf der Website Zuerinordwand.ch ein offener Brief bereit, der von unterstützenden Personen unterzeichnet werden kann.

Die Chancen für die Realisierung dieses Projektes stehen aber nicht gut. Bei Coop heisst es: «Die Gestaltung vom Kornhaus wurde vom Baukollegium der Stadt Zürich, einem Gremium aus international renommierten Architekten und dem Amt für Städtebau abgenommen und gewürdigt.» Die Gestaltung entspreche den Vorgaben für einen industriellen Zweckbau. «Wir sind als Bauherr und Betreiber mit der Realisierung zufrieden – eine Fremdnutzung ist nicht vorgesehen.»

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.