Aktualisiert

Symbolfigur wird nicht hingerichtet

Ein US-Berufungsgericht hat heute das Todesurteil gegen die Symbolfigur des Kampfes gegen die Todesstrafe, den US-Journalisten Mumia Abu-Jamal, aufgehoben. Der Bürgerrechler war wegen eines 1981 begangenen Polizistenmordes zum Tode verurteilt worden.

Das Mordurteil hielten die Bundesrichter in Philadelphia in ihrer am Donnerstag bekannt gegebenen Entscheidung aber aufrecht. Der Richterspruch öffnet der Staatsanwaltschaft die Möglichkeit, vor einem Geschworenengericht erneut die Todesstrafe gegen den Inhaftierten zu beantragen.

Sollte sie darauf verzichten, würde Abu-Jamals Strafmass automatisch in lebenslange Haft umgewandelt. Abu-Jamal, früheres Mitglied der radikalen «Black Panthers» (Schwarzen Panther), war 1982 wegen Polizistenmordes verurteilt worden.

Sein Fall erregte weltweit grosse Aufmerksamkeit; Abu-Jamal wurde zur Symbolfigur im Kampf gegen die Todesstrafe in den USA. Der inzwischen 53-Jährige beteuert seine Unschuld.

Seine Unterstützer sehen ihn als Opfer eines unfairen und rassistisch voreingenommenen Justizsystems. Zwei Mal waren bereits Hinrichtungstermine angesetzt, wurden dann aber wieder aufgeschoben - zuletzt im Jahr 1999.

(sda)

Deine Meinung