Luzern: Symbolträchtiges Ja zum Tiefbahnhof
Aktualisiert

LuzernSymbolträchtiges Ja zum Tiefbahnhof

Der Kantonsrat hat einstimmig den 20-Millionen-Kredit für den Tiefbahnhof gutgeheissen. Viele Schaulustige verfolgten die Abstimmung im Bahnhof Luzern mit.

von
Clarissa Rohrbach

Das Kantonsparlament war sich am Montag einig: Luzern braucht einen Tiefbahnhof (siehe Box). Mit 118 zu 0 Stimmen fiel der Entscheid zum 20-Millionen-Sonderkredit zur Vorfinanzierung des Jahrhundertprojekts deutlich aus. Viele Passanten, die die Abstimmung im Bahnhof Luzern mitverfolgten, applaudierten spontan. Mit der Vorfinanzierung der Planungsarbeiten will Luzern erreichen, dass der Tiefbahnhof vom Bund ins Paket Bahn 2030 aufgenommen wird. Das letzte Wort hat jetzt das Stimmvolk; der Betrag wurde freiwillig der Volks­abstimmung unterstellt.

Für Ratspräsident Adrian Borgula (Grüne) ist der einstimmige Entscheid ein Erfolg: «Damit setzen wir ein gutes und starkes Zeichen für Luzern.» In der vorangehenden Debatte im Regierungsgebäude kamen aber auch kritische Stimmen zum Zug. So bedauerten etwa die Grünen, dass auch der geplante Tiefbahnhof kein Durchgangsbahnhof sein wird. Weil die Mehrheit des Rates der Meinung ist, dass ein Durchgangsbahnhof früher oder später aktuell wird, sollen im Rahmen des Vorprojektes entsprechende Abklärungen durchgeführt werden.

Kosten von 1 Milliarde

Der Bahnhof Luzern hat seine Kapazitätsgrenze erreicht. Täglich verkehren dort 850 Züge, 700 befahren dabei die nur zweigleisige Zufahrt durch den Gütsch. Die wichtigste Linie, jene nach Zug und Zürich, ist vor den Toren Luzerns entlang des Rotsees bloss einspurig. Der Tiefbahnhof soll diese Probleme beseitigen. Vorgesehen ist, einen vierspurigen unterirdischen Bahnhof unter dem bestehenden zu bauen. Erschlossen wird er von einem 3,5 Kilometer langen Doppelspurtunnel unter dem Seebecken hindurch, der bei Ebikon in die Linie nach Zürich mündet. Die Kosten werden auf über eine Milliarde Franken geschätzt. Der Kanton Luzern müsste wohl etwa ein Drittel der Kosten übernehmen.

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