23.01.2015 19:05

Umfrageresultate

Sympathien für die Familien-Initiative der CVP

Eine knappe Mehrheit der Schweizer würde sich jetzt für eine Steuerbefreiung von Kinderzulagen aussprechen. Der GLP droht eine Schlappe.

von
J. Büchi
«Wir müssen jetzt alles geben und sehr präsent sein, um eine möglichst grosse Mobilisierung zu erreichen», sagt Béatrice Wertli, Generalsekretärin der CVP.

«Wir müssen jetzt alles geben und sehr präsent sein, um eine möglichst grosse Mobilisierung zu erreichen», sagt Béatrice Wertli, Generalsekretärin der CVP.

Rund sechs Wochen vor dem Abstimmungstermin hat die CVP am Freitagnachmittag die Kampagne zu ihrer Familieninitiative offiziell lanciert. Die erste Welle der 20-Minuten-Abstimmungsumfrage (siehe Box) zeigt: Noch haben die Christdemokraten gut lachen. Derzeit sympathisieren 53 Prozent der Stimmbürger mit dem Anliegen, das Familien steuerlich entlasten will. 42 Prozent würden derzeit Nein stimmen, 5 Prozent machten noch keine Angaben.

Vor allem ein Argument scheint die Befürworter der Initiative zu überzeugen: Die meisten von ihnen gaben an, es sei unsinnig, wenn der Arbeitgeber Kinderzulagen bezahle – und der Staat einen Teil dieses Geldes wieder einkassiere.

«Chancen intakt»

CVP-Generalsekretärin Béatrice Wertli fühlt sich bestätigt: «Unser Anliegen ist einfach, berechtigt und alle Familien profitieren davon – das gefällt den Leuten.» Es sei ihr aber auch bewusst, dass die Zustimmung für Volksinitiativen im Laufe des Abstimmungskampfs tendenziell abnimmt. Tatsächlich haben auch die Gegner ihre Kampagne bereits gestartet. Junge Eltern aus dem Parlament sprachen sich am Donnerstag – nach Abschluss der Umfrage – medienwirksam gegen das CVP-Anliegen aus.

Wertli sagt: «Wir müssen jetzt alles geben und sehr präsent sein, um eine möglichst grosse Mobilisierung zu erreichen.» So finde am Samstag ein nationaler Aktionstag in der ganzen Schweiz statt. «Unsere Chancen sind auf jeden Fall intakt», ist die CVP-Frau überzeugt. Alle anderen Vorschläge zur Entlastung von Familien, die derzeit auf dem Tisch lägen, seien komplizierter und würden in der Umsetzung viel länger dauern.

78 Prozent gegen GLP-Initiative

Kaum Chancen hat gemäss den Umfrageresultaten die GLP-Initiative «Energie- statt Mehrwertsteuer». Nur 14 Prozent würden derzeit ein Ja in die Urne legen, 78 Prozent sagen Nein. Acht Prozent gaben noch keine Stimmabsicht an. Die Nein-Sager bemängeln insbesondere, dass Benzin und Strom teurer würden. Viele befürchten auch, dass einkommensschwache Haushalte überproportional stark belastet würden. Die Befürworter führten mehrheitlich an, dass ökologisches Verhalten mit einer Energiesteuer belohnt würde.

Dass die Initiative einen schweren Stand hat, war GLP-Präsident Martin Bäumle schon vor Veröffentlichung der Umfrageresultate klar. «Rund 30 Prozent Ja-Stimmen wären für uns ein Achtungserfolg», sagte er kürzlich zu 20 Minuten.

Gewichtete Umfrage

7201 Personen aus der ganzen Schweiz haben am 20. und 21. Januar an der ersten Welle der Online-Umfrage von 20 Minuten zu den Abstimmungen vom 8. März teilgenommen. Die Politologen Lucas Leemann und Fabio Wasserfallen haben die Umfragedaten nach demografischen, geografischen und politischen Variablen gewichtet, sodass die Stichprobe möglichst gut der Struktur der Stimmbevölkerung entspricht. (jbu)

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