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BaselSyngenta-Chef Mike Mack tritt zurück

Der Syngenta-Chef Mike Mack verlässt den Agrarchemie-Konzern bis Ende Oktober. Der Verwaltungsrat ist informiert.

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ij
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Der Amerikaner Mike Mack verfolgt nach eigenen Worten als Chef des Agrochemiekonzerns Syngenta das bessere Geschäftsmodell als sein US-Konkurrent Monsanto: Die Basler verkaufen neben Saatgut vor allem darauf abgestimmte Spritzmittel, während Monsanto voll auf Gentechnik-Saaten setzt. Der Markt für diese ist jedoch auf Nord- und Südamerika beschränkt. Zudem bringen Spritzmittel mehr ein: Soja-Bauern in Brasilien geben rund 15 Prozent fürs Saatgut aus, aber 32 Prozent für Fungizide, wie Syngenta betont.

Der Amerikaner Mike Mack verfolgt nach eigenen Worten als Chef des Agrochemiekonzerns Syngenta das bessere Geschäftsmodell als sein US-Konkurrent Monsanto: Die Basler verkaufen neben Saatgut vor allem darauf abgestimmte Spritzmittel, während Monsanto voll auf Gentechnik-Saaten setzt. Der Markt für diese ist jedoch auf Nord- und Südamerika beschränkt. Zudem bringen Spritzmittel mehr ein: Soja-Bauern in Brasilien geben rund 15 Prozent fürs Saatgut aus, aber 32 Prozent für Fungizide, wie Syngenta betont.

Walter Bieri
Demonstration diesen Mai in Basel gegen die beiden führenden Agrochemiekonzerne Monsanto und Syngenta. Der Protest richtet sich gegen Gen-Saatgut und Patente auf Pflanzen. Die Gentechnik ist nicht nur wegen Gesundheitsbedenken und unabsehbaren ökologischen Folgen umstritten, sondern auch, weil noch unklar ist, ob Bauern langfristig damit tatsächlich höhere Erträge ohne stetig zunehmenden Einsatz von Spritzmitteln erzielen können.

Demonstration diesen Mai in Basel gegen die beiden führenden Agrochemiekonzerne Monsanto und Syngenta. Der Protest richtet sich gegen Gen-Saatgut und Patente auf Pflanzen. Die Gentechnik ist nicht nur wegen Gesundheitsbedenken und unabsehbaren ökologischen Folgen umstritten, sondern auch, weil noch unklar ist, ob Bauern langfristig damit tatsächlich höhere Erträge ohne stetig zunehmenden Einsatz von Spritzmitteln erzielen können.

Georgios Kefalas
Syngenta forscht auch zu Weinreben. Hier werden die stärksten jungen Pflänzchen ausgewählt. Die Forschungsanlage in Stein AG gehört zu den drei wichtigsten weltweiten Entwicklungs-Standorten des Konzerns.

Syngenta forscht auch zu Weinreben. Hier werden die stärksten jungen Pflänzchen ausgewählt. Die Forschungsanlage in Stein AG gehört zu den drei wichtigsten weltweiten Entwicklungs-Standorten des Konzerns.

Gaetan Bally

Syngenta-Chef Mike Mack tritt auf Ende Oktober zurück. Unerwünschte Avancen des US-Konkurrenten Monsanto, schlechte Unternehmenszahlen und kritische eigene Aktionäre hatten dem langjährigen Konzernchef zuletzt das Leben schwer gemacht.

Es sei der richtige Zeitpunkt für den Konzern von den Perspektiven eines neuen Chefs zu profitieren, lässt sich der 55-jährige Amerikaner in der Medienmitteilung vom Mittwoch zitieren.

Syngenta werde unter neuer Führung hervorragende Perspektiven haben. Verwaltungsratspräsident Michel Demaré bedankte sich beim abtretenden Konzernchef für sein langjähriges Engagement. Er zeigte sich überzeugt, dass die von Mack implementierte Strategie Syngenta auch im kommenden Jahrzehnt Erfolge bringen werde.

John Ramsey übernimmt

Laut Medienmitteilung hat Mack den Verwaltungsrat über seine Absicht informiert, zurück zu treten und der Verwaltungsrat hat die Entscheidung akzeptiert. Bis zur Ernennung eines Nachfolgers wird Finanzchef John Ramsey das Unternehmen ad interim leiten.

Der studierte Wirtschaftswissenschaftler Mack war insgesamt rund 14 Jahre für Syngenta tätig. Anfang 2008 wurde er als Nachfolger des Briten Michael Pragnell Konzernchef. Zuvor hatte er das wichtige Saatgut-Geschäft von Syngenta operativ geleitet.

Mack gehörte zu den am besten verdienenden Konzernchefs der Schweiz. Im Geschäftsjahr 2014 verdiente er nach einer Aufstellung der Nachrichtenagentur sda 7,155 Millionen Franken.

Aktionäre begrüssen Rücktritt

Im August hatte Syngenta den dritten Übernahmeversuch des US-Konzerns Monsanto abgewehrt. Eine Gruppe von Aktionären hatte vor einer Woche in einem offenen Brief vom Verwaltungsrat eine umfassende strategische Überprüfung gefordert. Es wurde kritisiert, dass Verwaltungsrat und Management in den letzten Jahren «mehrere Chancen zur Verbesserung der Wertschöpfung» verpasst hätten.

Entsprechend wurde Macks Rücktritt von den Aktionären begrüsst. Man habe immer gefordert, dass jemand die Verantwortung für das Nichterreichen der finanziellen Ziele und das nicht ergebnisoffene Ausloten aller Optionen zur Steigerung der Wertschöpfung übernehme, und das sei mit diesem Schritt nun geschehen. Die kritischen Aktionäre fordern, dass ein neuer CEO unvoreingenommen aufräumen wird und ein neuer Führungsstil und eine neue Informationskultur bei Syngenta Einzug halten, sagte Folke Rauscher, Geschäftsführer der Aktionärsvereinigung kritischer Aktionäre.

Auch an der Börse kam der Rücktritt gut an: Syngenta-Aktien legten im frühen Handel um fast fünf Prozent zu. Der Gesamtmarkt (SMI) verlor im Gegenzug 0,3 Prozent. (ij/sda)

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