Aktualisiert 13.02.2019 11:21

Run auf NähatelierSyrerin näht «Goschdym» für die Basler Fasnacht

Das Nähatelier des Roten Kreuzes wird dieses Jahr mit Aufträgen von Cliquen überrannt. An der Nähmaschine lernen Flüchtlinge auch gleich ein Stück Basler Brauchtum kennen.

von
jes
1 / 8
Zekia Sheikh Moussa hat schon in Syrien als Scheiderin gearbeitet. Im Nähatelier des Roten Kreuzes in Basel kann sie ihr Know-how jetzt für Fasnachtskostüme einsetzen.

Zekia Sheikh Moussa hat schon in Syrien als Scheiderin gearbeitet. Im Nähatelier des Roten Kreuzes in Basel kann sie ihr Know-how jetzt für Fasnachtskostüme einsetzen.

20 Minuten/jes
Die Arbeit ermöglicht Moussa nicht nur einen Zusatzverdienst, sondern bringt ihr auch das Basler Brauchtum näher.

Die Arbeit ermöglicht Moussa nicht nur einen Zusatzverdienst, sondern bringt ihr auch das Basler Brauchtum näher.

20 Minuten/jes
Sie wird ihre Goschdym dann auch an der Fasnacht in Aktion anschauen gehen.

Sie wird ihre Goschdym dann auch an der Fasnacht in Aktion anschauen gehen.

20 Minuten/jes

Seit Wochen näht Zekia Sheikh Moussa schon «Goschdym» für die Basler Fasnacht. Sie kennt die Schnittmuster für die Kostüme von Ueli, Alti Dante und Waggis, nur hat sie noch nie aktiv Fasnacht gemacht. Moussa ist Syrerin und vor dem Krieg geflohen. Im Nähatelier des Roten Kreuzes im Quartiertreffpunkt Kleinhüningen findet die gelernte Schneiderin nicht nur eine Beschäftigung, sondern auch Zugang zum Basler Brauchtum.

Seit zwei Jahren bietet das Nähatelier seine Dienste Basler Fasnachtscliquen an. «Zu marktüblichen Preisen», wie Leiterin Susanne Gautschi betont. Man wolle andere Betriebe nicht mit Dumping-Preisen konkurrenzieren. Trotzdem rennen ihr die Fasnächtler die Bude ein. Um 800 Prozent haben die Aufträge gegenüber letztem Jahr zugenommen, berichtete Telebasel.

Insgesamt 80 Kostüme müssen bis zum Morgestraich fertig sein: «Das nimmt inzwischen langsam Überhand», sagt Gautschi.

Näharbeit ist auch ein guter Deutschkurs

Die Arbeit im Nähatelier ist in seiner Funktion stark integrativ. So auch für Zekia Sheikh Moussa: «So etwas wie die Basler Fasnacht kenne ich von Zuhause nicht.» Doch nicht nur stofflich kommt sie damit nun zu einem intensiven Kontakt. Dank der ständigen Kommunikation mit den Cliquen bekomme sie die Möglichkeit, einen ganz anderen Zugang zur deutschen Sprache und dem kulturellen Gut der Stadt Basel zu erhalten.

«Die Cliquen unterstützen dieses Projekt ganz bewusst», sagt Gautschi. Sie hat als aktive Fasnächtlerin einen direkten Draht zu einigen Cliquen und das Projekt selbst angestossen. Das Label «Made by SRK Basel» produziert die Goschdym mittlerweile wirtschaftlich, also kostendeckend.

Hohe Ansprüche an Qualität

Die Näherinnen Zekia Sheikh Moussa und ihre Kollegin Denisiya aus Sri Lanka beherrschen ihr Handwerk: «Anders wäre es gar nicht möglich, den schweizerischen Ansprüchen an die Qualität der Kostüme gerecht zu werden», so die Gautschi. An die Basler Fasnacht werden sie beide auf jeden Fall gehen, versichern sie. Wie Ueli, Alti Dante und Waggis.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.