Genf: Syrien-Gespräche enden ohne Ergebnis
Aktualisiert

GenfSyrien-Gespräche enden ohne Ergebnis

UN-Vermittler Brahimi gab nach einem letzten kurzen Zusammentreffen keinen weiteren Termin für Gespräche zwischen der syrischen Regierung und der Opposition bekannt.

Lakhdar Brahimi während der Pressekonferenz am 15. Februar im UN-Hauptsitz in Genf.

Lakhdar Brahimi während der Pressekonferenz am 15. Februar im UN-Hauptsitz in Genf.

Die zweite Runde der Friedensgespräche für Syrien ist ergebnislos und ohne Plan für eine Fortsetzung zu Ende gegangen.

Nach weniger als einer halben Stunde beendeten die Delegierten von Opposition und Regierung ihr letztes Treffen am Samstag in Genf. Die Regierung lehnte einen Vorschlag des UN-Sondervermittlers Lakhdar Brahimi ab, eine weitere Gesprächsrunde einzuleiten.

Keine Übergangsregierung für Syrien

Brahimi sagte, er habe vorgeschlagen, bei einem weiteren Treffen zunächst ein Ende der Gewalt anzustreben und danach über die Bildung einer Übergangsregierung zu verhandeln. «Leider hat die Regierung abgelehnt», sagte er. Oppositionsunterhändler Anas al-Abdeh sagte, seine Gruppe sei für eine Fortsetzung der Verhandlungen. Der Stillstand liege darin begründet, dass sich die Regierung weigere, über eine Übergangsregierung zu sprechen.

Somit ist ungewiss, wie die Suche nach einem Ausweg aus der fast drei Jahre währenden Krise weitergehen soll. Brahimi sagte, er wolle sich nun mit den USA und Russland beraten, auf deren Initiative die Friedenskonferenz einberufen worden war.

Die zweite Runde der Friedensgespräche hatte am Montag begonnen, doch hat es nach Brahimis Angaben keine bedeutenden Fortschritte gegeben. Auch die Opposition sprach von einer «Sackgasse» und hatte bereits gedroht, die Verhandlungen abzubrechen.

Blutiger Bürgerkrieg

Seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs vor fast drei Jahren sind nach Angaben von Aktivisten 140 000 Menschen getötet worden. Die Zahl erfasse Zivilisten, Rebellenkämpfer, Soldaten, regierungstreue Milizen und ausländische Kämpfer, teilte das oppositionsnahe Syrische Beobachtungszentrum für Menschenrechte am Samstag mit. Allein diesen Monat seien ungeachtet der Friedensgespräche in Genf mehr als 3400 Menschen bei Kämpfen getötet worden.

(sda)

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