Tausch gegen 48 Iraner: Syrien lässt mehr als 2000 zivile Häftlinge frei
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Tausch gegen 48 IranerSyrien lässt mehr als 2000 zivile Häftlinge frei

Syrische Rebellen hatten im August 48 Iraner gefangen genommen. Die haben sie nun freigelassen – dafür entliess die Regierung 2130 Häftlinge. Vermittelt wurde der Austausch von der Türkei und Katar.

Syrien lässt nach Angaben einer türkischen Hilfsorganisation 2130 zivile Häftlinge frei im Austausch gegen 48 Iraner, die von den Rebellen festgehalten werden. Vermittelt wurde der Austausch von der Türkei und Katar.

Die Rebellentruppe Al-Baraa hatte die 48 Iraner im August gefangengenommen und ursprünglich ihre Hinrichtung angekündigt. Nach ihrer Darstellung sind die Iraner Angehörige der Revolutionsgarde, die zur Unterstützung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad in das Land geschickt worden waren.

Iran: Pilger, keine Revolutionäre

Der Iran bezeichnete die Landsleute als Pilger, die schiitische Heiligtümer besuchen wollten. Auch das staatliche iranische Fernsehen meldete am Mittwoch die Freilassung der Iraner. Die türkische Hilfsorganisation IHH erklärte, die meisten Häftlinge, die freigelassen werden sollten, seien Syrer. Unter ihnen seien aber auch einige Türken sowie andere Ausländer.

Eine Bestätigung der syrischen Regierung gab es nicht. Einem Bericht der amtlichen türkischen Nachrichtenagentur Anatolien zufolge wurde der Austausch von der Türkei und Katar vermittelt. Die Organisation IHH wurde im Mai 2010 bekannt, als sie versuchte, mit einem Schiff die israelische Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen. Bei der Erstürmung ihres Schiffes durch israelische Soldaten waren neun Türken getötet worden.

Damaskus verärgert über Reaktion auf Friedensplan von Assad

Der syrische Informationsminister Omran al Subi hat sich verärgert über die Reaktion des Westens auf einen Vorschlag von Präsident Baschar al Assad zur Beilegung des Syrien-Konflikts geäussert. Die USA und ihre westlichen Verbündeten hätten die Initiative des syrischen Staatschefs abgelehnt, «bevor sie überhaupt Zeit hatten, sie zu übersetzen», sagte al Subi laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur SANA am Dienstagabend nach einer Dringlichkeitssitzung im Kabinett, bei dem über den Friedensplan beraten wurde.

Assad hatte in einer Rede am Sonntag eine Initiative zur Lösung des seit fast zwei Jahren dauernden Konflikts in Syrien skizziert, dabei aber internationalen Forderungen nach seinem Rücktritt getrotzt. Der Plan war von westlichen Regierungsvertretern scharf kritisiert worden.

Seit Beginn des Aufstands gegen das Assad-Regime im März 2011 sind Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge im syrischen Bürgerkrieg bereits mehr als 60'000 Menschen ums Leben gekommen.

Russland kündigt Syrien-Treffen in Genf an

Im Ringen um eine Lösung im Syrien-Konflikt kommen Vertreter Russlands und der USA an diesem Freitag in Genf erneut mit dem UNO-Beauftragten Lakhdar Brahimi zusammen. An dem «Gedankenaustausch ohne Vorbedingungen» würden die Vize-Aussenminister Michail Bogdanow und William Burns teilnehmen.

Das teilte das Aussenministerium in Moskau am Mittwoch laut der Agentur Interfax mit. Die drei Politiker hatten bei ihrem ersten Treffen in Genf vor einem Monat betont, eine politische Lösung des Konflikts sei immer noch möglich.

Russland lehnt einen militärischen Eingriff in Syrien von aussen ab und betont stets, dass die Syrer selbst über ihre Zukunft entscheiden müssten.

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