Aktualisiert 21.05.2013 11:15

Krieg geht weiterSyrische Granaten schlagen im Libanon ein

In Syrien tobt der Krieg. Aber auch die Nachbarstaaten werden immer wieder in den Konflikt hineingezogen. Zudem sorgt ein neues Gräuel-Video für Aufsehen.

von
aeg

Der Bürgerkrieg in Syrien bringt auch dem Nachbarland Libanon Tod und Schrecken. Am Dienstag wurden acht Menschen verletzt, als im grenznahen Bezirk Akkar acht Granaten einschlugen, die von Syrien aus abgefeuert worden waren. Unter den Verletzten seien mehrere syrische Flüchtlinge, berichtete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA.

Am Montag war in der nordlibanesischen Stadt Tripoli ein Soldat getötet worden, als die Armee versucht hatte, Gefechte zwischen libanesischen Gegnern und Anhängern des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zu beenden.

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Bewaffnete Libanesen sind auch in Syrien präsent. In den vergangenen Tagen waren Kämpfer der mit Assad verbündeten Schiiten-Miliz Hisbollah von Rebellen in der syrischen Kleinstadt Al-Kusair getötet worden. Gruppen sunnitischer Kämpfer wiederum kämpfen auf der Seite der syrischen Rebellen.

La vidéo des observateurs de l'ONU enlevés

Scharia-Gericht ordnet Auspeitschungen an

Aus Syrien dringen zudem immer mehr Horror-Videos an die Öffentlichkeit. Neustes Beispiel: Zwei Männer sind in der syrischen Provinz Idlib ausgepeitscht worden, nachdem sie von einem selbst ernannten islamischen Gericht schuldig gesprochen worden waren. Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter berichtete am Dienstag, die Auspeitschung habe am vergangenen Samstag auf einem öffentlichen Platz in der von Rebellen kontrollierten Ortschaft Sarakib stattgefunden.

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Auf einer im Internet veröffentlichten Videoaufnahme ist zu sehen, wie ein bärtiger Mann verkündet, einer der Männer solle 50, der andere 40 Peitschenhiebe erhalten. Danach werden die «Urteile» des «Scharia-Gerichts» sofort vollstreckt.

Das «Vergehen» der Ausgepeitschten: Der Vater soll dem anderen Mann erlaubt haben, seine Tochter zu heiraten, obwohl seit deren Scheidung noch keine drei Monate vergangenen waren.

Der Islam sieht vor, dass ein Paar, nachdem die Scheidung ausgesprochen ist, noch drei Monate unter einem Dach lebt. Damit soll eine mögliche Versöhnung begünstigt werden. Ausserdem soll ausgeschlossen werden, dass eine Frau erneut heiratet, während sie ein Kind aus der ersten Ehe erwartet.

Körperstrafen, wie sie etwa in Saudi-Arabien angewandt werden, hat es in Syrien bisher nicht gegeben. (aeg/sda)

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