Websites lahmgelegt: Syrische Hacker stören Twitter und «NY-Times»
Aktualisiert

Websites lahmgelegtSyrische Hacker stören Twitter und «NY-Times»

Syrische Hacker üben Rache im Netz: Sie haben die Internetseiten von US-Zeitungen lahmgelegt, weil diese zu regierungskritisch über Syrien berichtet hätten. Auch auf Twitter hatten sie es abgesehen.

von
jbu

Sprecherin Eileen Murphy informiert die «New York Times»-Leser per Twitter über den Hackerangriff.

Ein Hacker-Angriff hat die Internet-Seite der «New York Times» zeitweise lahmgelegt und den Zugang zum Kurznachrichtendienst Twitter beeinträchtigt. Das bestätigten die Unternehmen. Auch die «Huffington Post» in Grossbritannien soll betroffen gewesen sein.

Die Internetseite der «New York Times» sei offenbar wegen einer «bösartigen Attacke von aussen» während mehrerer Stunden nicht mehr aufzurufen gewesen, teilte Mediensprecherin Eileen Murphy mit. Die Nachricht erreichte die Leser via Twitter – zumindest Murphys Account beim Kurznachrichtendienst schien vom Hackerangriff demnach nicht betroffen gewesen zu sein.

Syrische Hacker verantwortlich

Der Sicherheitsexperte Matt Johansen von WhiteHat Security twitterte, dass der Angriff vermutlich auf das Konto von Unterstützern des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad gehe. Zu dem Angriff bekannte sich kurz darauf die «Syrische Elektronische Armee» («Syrian Electronic Army»), die in den vergangenen Monaten bereits mehrere ähnliche Aktionen ausgeführt hatte. Ziel waren Medien, die nach Ansicht der Gruppe Sympathien für die syrischen Rebellen hegen.

Die syrischen Hacker hatten in den vergangenen Monaten auch die Nachrichtenagenturen AFP und AP angegriffen sowie die britische BBC und die Wirtschaftszeitung «Financial Times».

Besonders spektakulär war die Attacke auf AP Ende April: Dabei verbreiteten die Hacker über das Twitterkonto der Nachrichtenagentur die Fehlinformation: «Zwei Explosionen im Weissen Haus, Obama verletzt.» Die US-Börse stürzte daraufhin kurzzeitig ab. (jbu/sda)

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