Aktualisiert 16.06.2011 11:54

Tausende fliehenSyrisches Militär macht weiter mit «Säuberungen»

Die Offensive der syrischen Armee geht weiter. Die Stadt Dschisr al-Schughur sei «gesäubert», heisst es. Tausende Menschen sind noch immer auf der Flucht.

Die syrische Armee ist nach Angaben von Oppositionellen in eine weitere Ortschaft der Provinz Idlib vorgerückt. Regimegegner berichteten auf ihren Websites, Soldaten mit Panzern und Angehörige der Schabiha-Miliz seien ins Zentrum von Chan al-Scheichun eingedrungen.

Ein Helfer an der Grenze zur Türkei sagte am Donnerstag auf Anfrage, auf der syrischen Seite der Grenze kampierten derzeit rund 3000 Männer, Frauen und Kinder unter freiem Himmel. Die meisten von ihnen stammten aus der Stadt Dschisr al-Schughur.

«Diese Männer schrien um ihr Leben»

Aus der zuletzt vom Militär besetzten Stadt Maarat al-Noaman seien bislang keine Vertriebenen zur Grenze gekommen, weil die Sicherheitskräfte den Weg nach Westen blockierten, fügte er hinzu.

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Aktivisten hatten am Mittwoch im Internet Videoaufnahmen veröffentlicht, die aus Maarat al-Noaman stammen sollen. Sie zeigen Militärhelikopter und schwarze Rauchwolken, die über einem Stadtzentrum aufsteigen.

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Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete derweil, 5000 Bewohner von Dschisr al-Schughur seien seit Mittwoch in ihre Häuser zurückgekehrt, nachdem die Armee die Stadt von «bewaffneten terroristischen Elementen gesäubert» habe.

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In den vergangenen drei Wochen sind bereits mehr als 9000 Syrer in die Türkei geflohen. Die meisten von ihnen stammen aus der Provinz Idlib. Die türkische Regierung hat Präsident Baschar al- Assad mehrfach aufgerufen, die Armee nicht gegen friedliche Demonstranten einzusetzen. Bislang blieben diese Appelle jedoch folgenlos.

Menschen flüchten aus Maarat al-Noaman:

(Video: Al Jazeera/YouTube) (sda)

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