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Szene-Restaurant: Stillende Mütter? - Nein, Danke!

Dem Hunger des Töchterchens folgte der Rausschmiss. Weil eine junge Mutter ihr Baby auf der Terrasse stillte, hat's der Chefin den Nuggi rausgehauen.

Ein inmitten der Zürcher Lakeside-Lounge entblösster Busen sorgte am letzten Sonntagabend für Ärger. «Meine Tochter hatte Hunger», erklärt die 27-jährige Anna U., die sich gegen 20 Uhr mit ihrer Tochter, ihrer Freundin und deren Baby einen Schlummertrunk auf der vollbesetzten Terrasse genehmigen wollte. Als sie es sich baren Busens auf dem Sofa bequem machte, stürmte die Chefin persönlich herbei: «Sie forderte uns ziemlich barsch auf, das Lokal zu verlassen», empört sich U. Stillende Mütter seien nicht willkommen. «Wir finden das skandalös.»

«Kinderunfreundlich» sei man überhaupt nicht, sagt Gabriele Pichler, stellvertretende Direktorin des Lakeside, auf Anfrage: «Wer aber gediegen auf der Terrasse ein Cüpli trinkt, will vielleicht nicht beim öffentlichen Babystillen zusehen.» Tagsüber sei man toleranter. Alles habe jedoch Grenzen: «Kürzlich hat doch tatsächlich eine Mutter ihr Baby auf den Lounge-Möbeln gewickelt.» Die Problematik sei intern diskutiert worden. Man habe sich aber dagegen entschieden, klare Regeln aufzustellen und das Stillen generell zu verbieten.

Das Entblössen des Busens zwecks Kinderfütterung wird auch in anderen Zürcher Restaurants nicht gern gesehen: «Für Leute, die sich das nicht gewohnt sind, ist es eine Zumutung», sagt Thomas Krebs von der Seerose. Glücklicherweise komme dies aber selten vor.

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Alexandra Roder

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