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«Bombay Mami»Ta'shan aus Bern will in Indien durchstarten

Die Berner Musikerin Ta'Shan macht international von sich reden. Im Interview erzählt sie, wieso sie in ihrer zweiten Heimat Indien Karriere machen möchte.

von
Michelle Muff
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Die Berner Musikerin Ta'shan hat kürzlich ihre neue Single «Tik Tok» veröffentlicht. Für ihre Karriere hat sie grosse Pläne: Nach dem Musik-Studium möchte sie nun in Indien durchstarten.

Die Berner Musikerin Ta'shan hat kürzlich ihre neue Single «Tik Tok» veröffentlicht. Für ihre Karriere hat sie grosse Pläne: Nach dem Musik-Studium möchte sie nun in Indien durchstarten.

Instagram/tashan_music
2015 ist die 28-Jährige nach London gezogen, wo sie Musik studiert hat. Inzwischen pendelt sie zwischen der Schweiz und London hin und her.

2015 ist die 28-Jährige nach London gezogen, wo sie Musik studiert hat. Inzwischen pendelt sie zwischen der Schweiz und London hin und her.

Instagram/tashan_music
Ihre Wurzeln liegen in Bern und Indien: Ihre Mutter kommt aus Münsingen, ihr Vater stammt ursprünglich aus der indischen Stadt Varanasi. Kennengelernt haben sich ihre Eltern, weil beide als Reiseleiter gearbeitet hatten und während einer Reise in Indien zufällig im gleichen Hotel einquartiert gewesen waren.

Ihre Wurzeln liegen in Bern und Indien: Ihre Mutter kommt aus Münsingen, ihr Vater stammt ursprünglich aus der indischen Stadt Varanasi. Kennengelernt haben sich ihre Eltern, weil beide als Reiseleiter gearbeitet hatten und während einer Reise in Indien zufällig im gleichen Hotel einquartiert gewesen waren.

Instagram/tashan_music

Ta'shan, du bezeichnest dich gern auch als «Bombay Mami». Wieso?

Das entstand zufällig: Wir hatten ein Fotoshooting unter Freundinnen, suchten anschliessend einen passenden Hashtag für Social Media. Dabei kamen wir auf Bombay Mami. Der Name gefällt mir, es unterstreicht meine indische und urbane Seite.

Was ist dein Bezug zu Bombay?

Meine indischen Wurzeln, die ich von meinem Vater habe, liegen in Varanasi. Aber ich war als Kind oft in Bombay und kenne die Stadt deshalb gut. Meine Mutter hingegen ist aus Münsingen bei Bern.

Ta'shan (28), die mit richtigem Name Shanta Azalea Venkatesh heisst, ist in Bern zur Welt gekommen. Als Kind ist sie mit ihren Eltern zwischen Bern und der indischen Hauptstadt Delhi hin und her gereist. Die Spielgruppe besuchte sie in Indien – als es darum ging, wo Shanta eingeschult werden sollte, entschieden sich ihre Eltern aber für die Schweiz.

Worum geht es in deiner neu veröffentlichten Single «Tik Tok»?

Um die erste Phase des Verliebtseins. Die ersten Monate, in denen man alles durch eine rosarote Brille sieht und denkt, dass die Beziehung für ewig hält. Der Songtitel soll symbolisieren, dass die Zeit wie im Flug vergeht, wenn man frisch verliebt ist.

Wie bist du überhaupt zur Musik gekommen?

Ich habe bereits als Kind Musik gemacht. Ich habe im Chor gesungen und mit 14 erstmals einen Song aufgenommen. Professionell Musik zu machen, war für mich damals aber kein Thema. Das änderte sich jedoch, als ich 2012 nach Los Angeles gegangen bin.

Was ist passiert?

Ich machte Ferien in L. A. Der Vermieter meines Airbnbs hatte ein Musikstudio. Ich durfte dort einmal Musik machen gehen. Als mich der Besitzer singen hörte, war er begeistert und meinte, ich solle noch länger bleiben.

Und dann?

Ich buchte meinen Flug um und blieb dort – ganze drei Monate war ich schliesslich in Amerika. Das war der Moment, in dem ich realisierte, dass ich die Musik zu meinem Beruf machen möchte.

Wie hast dus dann angepackt?

Ich kam in die Schweiz und veröffentlichte meinen ersten Song auf Youtube. Der ging zwar ab, aber ich merkte dennoch, dass es in der Schweiz für mich schwierig wird, Karriere zu machen.

Deswegen zieht Ta'shan 2015 nach London, um Musik zu studieren. Dort fängt ihre Karriere dann erst richtig an. Sie habe jedes Konzertangebot angenommen, das sie gekriegt habe, sagt Ta'shan. «Ich hatte etwa jeden dritten Tag einen Auftritt.» Für die Musik gibt sie auch die Idee auf, Diplomatin zu werden – nachdem sie bereits ein Praktikum beim Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten gemacht hatte.

Ta'shans neue Single «Tik Tok» wurde Ende November veröffentlicht.

Wie oft bist du in Indien?

Zuletzt war ich vor einem Monat da. Seit ich älter bin, lerne ich das Land nochmals ganz neu kennen. Aktuell läuft dort einiges: Die jungen Inder und Inderinnen nutzen Social Media. Sie lieben westliche Musikstile und Künstler wie Drake. Sie wollen ihre eigenen indischen Stars, die nicht nur Bollywood machen.

Was bedeutet das für dich?

Die indische Jugend ist momentan hungrig nach Hip-Hop und R'n'B – es hat noch eine Menge Platz für neue Künstler, der Markt ist noch überhaupt nicht gesättigt. Das möchte ich nutzen und mit meiner Musik in Indien durchstarten.

Soll deine Musik in Indien etwas bewirken?

In Indien werden Frauen immer noch sehr stark unterdrückt. Deswegen ist es umso wichtiger, dass eine Frau kommt und sagt: «Hey, du musst dir nicht alles gefallen lassen.» Diese Botschaft möchte ich Inderinnen mit meiner Musik vermitteln.

An ihrem Durchbruch in Indien arbeitet Ta'shan bereits. Auf ihrem letzten Trip durchs Land trifft sie «wichtige Leute», Journalisten, Produzenten und Musiker. Ausserdem hat sie mit einem der grössten Rapper des Landes ein Feature produziert. Für 2020 steht eine Tour durch Deutschland an. Ta'shans Musik ist sowieso überall auf der Welt zu Hause: Sie nimmt ihre Songs in den USA, in England, in Schweden oder eben in Indien auf.

In deinen Songtexten und auf Instagram machst du dich für Body-Positivity stark. Gabs auch Zeiten, in denen du mit deiner Figur gehadert hast?

Ich war immer etwas runder als die anderen. Der Druck wegen des vorherrschenden schlanken Schönheitsideals nahm auch Einfluss auf mich: Ich hatte als Kind und Teenager zum Beispiel immer das Gefühl, alle anderen seien hübscher als ich.

«Das ist mein Körper, niemand kann darüber entscheiden», singt Ta'shan unter anderem in ihrem Song «Mami».

Wie bist du aus dieser Denkweise ausgebrochen?

Ich habe gemerkt, dass es wichtig ist, wie ich mich persönlich fühle. Ich habe nun nicht mehr den Drang, dass ich etwas an mir verändern muss, um für andere hübsch zu sein oder um einem Ideal zu entsprechen.

Was möchtest du jungen Mädchen mit auf den Weg geben?

Das Wichtigste ist, glücklich zu sein. Wenn es dein seelisches Wohlbefinden steigert, ins Gym zu gehen, dann tu das. Wenn dich feines Essen glücklich macht, dann iss es.

Wo siehst du dich in fünf Jahren?

Ich hoffe, ich kann dann auf Welttourneen gehen – und dass ich Bombay Mami als Brand etablieren kann, der Fashion und Essen vertreibt. Musik wird sicher immer an erster Stelle stehen – ich habe aber noch viele andere Ideen, die ich umsetzen möchte.

Und wo auf der Welt wirst du dann wohl wohnen?

Ich bin ein weltoffener Mensch und kann mir vorstellen, überall zu leben. Ich will mich da noch nicht festlegen. Ich schaue, wohin es mich treibt. Die Schweiz bleibt eh meine Heimat: Ich liebe es, hierher zurückzukehren.

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