Aktualisiert 31.10.2011 12:29

Trauriger FaktTäglich 1500 Tote durch Waffen-Gewalt

Eine Konferenz über bewaffnete Gewalt will Blutvergiessen stoppen. Besonders in Lateinamerika sind die Probleme gross. In der Schweiz gibt es wenige Opfer zu beklagen.

Jeden Tag sterben weltweit 1500 Menschen durch bewaffnete Gewalt. Jedes Opfer sei eines zu viel, sagte Martin Dahinden, Chef der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), am Montag in Genf.

Dahinden eröffnete eine zweitägige Konferenz über bewaffnete Gewalt. «Am heutigen Tag werden weltweit 1500 Menschen getötet, während der Konferenz werden es 3000 sein», sagte Dahinden in der Eröffnungsrede.

Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey nahm nicht an der Eröffnung teil. Sie vermittelt derzeit in Georgien über den Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation (WTO) und liess sich deshalb entschuldigen.

Mehr als 400 Repräsentanten aus 80 Ländern nehmen an der Konferenz teil, die von der Schweiz und dem UNO- Entwicklungsprogramms (UNDP) initiiert wurde. Ziel ist es, die Verpflichtungen der Genfer Deklaration über bewaffnete Gewalt und Entwicklung zu verstärken. Die 2006 verabschiedete Erklärung wurde von 112 Ländern unterzeichnet.

Fast eine halbe Million Menschen sterben jedes Jahr durch Gewaltverbrechen, davon einer von zehn in bewaffneten Konflikten. Die Kosten der bewaffneten Gewalt werden auf 160 Milliarden Dollar pro Jahr geschätzt. Dies sei mehr als die 130 Milliarden Dollar, die 2010 von den Industrieländern für die Entwicklungshilfe genehmigt wurden, sagte Dahinden.

Gewalt hemmt Entwicklung

Allein in Mittelamerika werden laut der UNDP-Verantwortlichen Helen Clark die Kosten der bewaffneten Gewalt auf 6,5 Milliarden Dollar jährlich geschätzt - das seien 7,3 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Dadurch werde auch weniger Geld für das Gesundheitswesen und die Bildung ausgegeben. «Wir müssen den Teufelskreis zwischen bewaffneter Gewalt und Unterentwicklung durchbrechen», forderte Clark deshalb.

Die bewaffnete Gewalt konzentriert sich auf 14 Ländern, die Hälfte davon in Lateinamerika, wie eine Studie des Hochschulinstituts für internationale Studien und Entwicklung (IHEID) aufzeigt. Dort kommt ein Viertel der weltweiten Opfer ums Leben.

Wenige Opfer von bewaffneter Gewalt gibt es hingegen in der Schweiz, in Japan, Österreich, Norwegen und Ungarn. (sda)

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