Täglich 60 Mio. Gewinn am Schweizer Zoll

Aktualisiert

Täglich 60 Mio. Gewinn am Schweizer Zoll

Der Schweizer Zoll hat im ersten Halbjahr täglich rund 60 Millionen Franken eingenommen. Letztes Jahr musste ein Schmuggler 156 Mio. Franken nachzahlen.

Das sind fünf Prozent mehr als im Vorjahr, wie die Oberzolldirektion am mitteilte. Die Zahl aufgedeckter Fälle von Schmuggel und Abgabebetrug sowie Markenpiraterie ging zurück.

Die Gesamteinnahmen des Schweizer Zolls in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres belaufen sich auf 10,6 Milliarden Franken, verglichen mit 10,1 Milliarden Franken im Vorjahr. Den wichtigsten Einnahmenposten bildete die Mehrwertsteuer mit 5,4 Milliarden Franken, gefolgt von der Mineralölsteuer, dem Mineralölsteuerzuschlag, der Tabaksteuer sowie den Schwerverkehrsabgaben. Die eigentlichen Einfuhrzölle machten mit 0,5 Milliarden Franken lediglich noch 4,7 Prozent der gesamten Einnahmen aus, die über den Zoll in die Bundeskasse flossen.

Die Zahl der Fälle von Schmuggel oder Abgabebetrug, in denen die Zollfahndung im ersten Halbjahr ermittelte, war mit 4.475 fast 15 Prozent tiefer als im Vorjahr. Der Zoll forderte 5,1 Millionen Franken hinterzogene Abgaben nach. Im ersten Semester des Vorjahrs hatten die Nachforderungen 156 Millionen Franken betragen. Allerdings war der hohe Betrag auf einen aussergewöhnlichen Einzelfall zurückzuführen, wie Serge Gumy vom Bereich Schmuggel in der Oberzolldirektion auf Anfrage sagte. «Geschmuggelt wird alles, was sich aus wirtschaftlichen Gründen lohnt oder was bei der Einfuhr gewissen Einschränkungen oder Verboten unterliegt», heisst es im Communique. Im Vordergrund stünden landwirtschaftliche Produkte wie Fleisch und Gemüse. Aber auch Textilien, Schmuck, Uhren, Tabak und Waffen seien beliebte Schmuggelware.

Im Bereich der Markenpiraterie hat der Schweizer Zoll im ersten Halbjahr in 184 Fällen interveniert und gefälschte Waren mit einem Marktwert von rund zwei Millionen Franken sichergestellt. In der Vorjahresperiode waren es 299 Fälle mit einem Marktwert von 7,4 Millionen Franken. 38 Prozent aller importierten Fälschungen stammen aus China, wie die Oberzolldirektion schreibt. Bei der Edelmetallkontrolle hätten sich bis Ende Juni rund 3.000 beschlagnahmte Uhrenfälschungen angesammelt. Diese werden im Auftrag des Schweizer Uhrenverbandes FH vernichtet. (dapd)

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