Aktualisiert 15.05.2007 10:51

Täglich 88 Minuten unterwegs

Wer in der Schweiz wohnt, ist täglich im Schnitt 88 Minuten unterwegs und legt dabei 37 Kilometer zurück. Die meisten davon mit dem Auto.

Das Statistikprogramm des Bundes sieht seit 1974 alle fünf Jahre Erhebungen zum Verkehrsverhalten vor. Der neueste Mikrozensus zeigt, dass die Distanzen, die insgesamt und mit dem Auto zurückgelegt werden, zwischen 2000 und 2005 erstmals konstant geblieben sind. Hingegen nahmen die Bahndistanzen um 19 Prozent zu.

Erstmals wurden Tagesausflüge und Reisen mit Übernachtungen detailliert erhoben. Daraus ergibt sich eine Jahresmobilität von 19 000 Kilometern pro Person im In- und Ausland. Davon entfallen 24 Prozent auf Reisen mit Übernachtungen, 6 Prozent auf Tagesreisen und 18 Prozent auf Flugreisen.

Die täglichen Distanzen sind zwar seit 1984 stark gewachsen, aber im Vergleich zur letzten Erhebung unverändert geblieben. Während der öffentliche Verkehr und dabei in erster Linie die Bahn um 16 Prozent zugelegt hat, stagnierten die Autodistanzen. Der Strassenverkehr nahm dennoch zu.

Längere Wegzeiten

Grund dafür sind das Bevölkerungswachstum und die schlechtere Belegung der Fahrzeuge. Im Schnitt sitzen nur 1,6 Personen in einem Auto. Zwei Drittel der Distanzen werden im Auto zurückgelegt. Die Freizeit beansprucht die Hälfte der Wegzeit. 23 Prozent entfallen auf die Arbeit und Ausbildung, 13 Prozent auf den Einkauf.

Die Wegzeiten haben in den letzten 20 Jahren immer zugenommen. Die Durchschnittsperson ist jetzt 88 Minuten (ohne Wartezeit) unterwegs. Die Zunahme um 5 Prozent gegenüber 2000 ist geringer als vorher, aber immer noch markant. Die These, dass die Bevölkerung stets gleich viel Zeit im Verkehr verbringe, ist damit widerlegt.

Vier Fünftel mit Auto

81 Prozent aller Haushalte haben ein Auto. Vor 20 Jahren waren es nur 69 Prozent gewesen. 31 Prozent haben sogar mehrere Autos. 1984 waren es bloss 17 Prozent gewesen. Grossen Einfluss auf die Mobilität haben das Alter, das Geschlecht, die Erwerbstätigkeit und das Einkommen.

Jugendliche und Personen im Rentenalter legen verglichen mit der mittleren Altersgruppe weniger als halb so lange Distanzen zurück. Männer bewältigen ein Drittel (13 Kilometer) längere Distanzen als Frauen. Erwerbstätige sind doppelt so viel unterwegs wie nicht Erwerbstätige. In der Stadt liegt die Tagesdistanz bei 33, auf dem Land bei 42 Kilometern. (sda)

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