Täglich Basler Kinder Opfer von häuslicher Gewalt
Aktualisiert

Täglich Basler Kinder Opfer von häuslicher Gewalt

Bei der Basler
Polizei gehen täglich
Meldungen ein, wonach
Kinder unter häuslicher
Gewalt ihrer Eltern
leiden. Die Zahl der
Kindsmisshandlungen
hat 2007 zugenommen.

51 Fälle von Kindsmisshandlungen- und Vernachlässigungen wurden dem Basler Kinder- und Jugendschutz (AKJS) im letzten Jahr gemeldet, 14 mehr als noch ein Jahr zuvor. «Fälle, wo Kindsmisshandlung vermutet wird, werden heute schneller gemeldet», sagt Stefan Blülle, Leiter der AKJS. Zudem seien Familien und Alleinerziehende häufiger überfordert als früher. Dies zeige sich in Kontrollverlust und in zunehmenden elterlichen Konflikten.

Dieser Streit wird für die Kinder zum Thema: «Bei uns geht täglich eine Meldung ein, weil die Polizei bei häuslicher Gewalt intervenieren muss und Kinder involviert sind», so Blülle. Man versuche daraufhin, mit der betroffenen Familie in Kontakt zu treten, um so ein erstes Zeichen zu setzen.

«Häusliche Gewalt hinterlässt bei den Kindern immer Spuren, auch wenn sie ‹nur› Zeugen sind. Sie fühlen sich für die Gewalt verantwortlich und schuldig», sagt Karin Haeberli von der Interventionsstelle Halt Gewalt. Dies könne dazu führen, dass Kinder im Erwachsenenalter das Erlebte nachahmen würden. Haeberli: «Es ist deshalb sehr wichtig einzugreifen – als Hilfe für die Kinder und die Eltern.»

Denise Dollinger

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