Buschwiller Rentner aktiv: Täglich mehr als 30 Klagen gegen Fluglärm
Aktualisiert

Buschwiller Rentner aktivTäglich mehr als 30 Klagen gegen Fluglärm

Bis zu 12 000 Lärmbelästigungs-Klagen reicht Samuel Sprunger (69) pro Jahr beim EuroAirport ein.

von
Andrea Heeb Perrig
Samuel Sprunger reicht 30 Lärmklagen monatlich beim Euroairport ein.

Samuel Sprunger reicht 30 Lärmklagen monatlich beim Euroairport ein.

Rund 200 startende Flugzeuge fliegen täglich über der Elsässer Gemeinde Buschwiller. «Durchschnittlich 30 davon halten die vorgesehene Flugroute nicht ein – wir haben jedes Mal eine Lärmbelästigung von 70 bis 90 Dezibel», sagt Samuel Sprunger (69). Dagegen wehrt sich der pensionierte Lehrer und reicht jedes Mal eine Klage ein. Er bekommt Hilfe von mehreren Einwohner der 1000 Seelen-Gemeinde: Sie führen für ihn Buch und Messungen durch, er sammelt die Daten und reicht die Klagen alle zwei Wochen per Mail ein – zwischen dem 13. August und dem 9. September 2012 etwa waren es 1300. Pro Flugzeug klagt er aber nur einmal.

Viel gebracht hat es bisher nicht. Sprunger erhält jeweils einen Formbrief vom EuroAirport mit einer Entschuldigung und dem Hinweis, dass der Flugplatz für die Region wichtig. Trotzdem macht er weiter, damit es nicht noch schlimmer werde. «Einige Einwohner sind kurz vor dem Durchdrehen. Einer hat gar gedroht die Flugzeuge abzuschiessen», so Sprunger. In Buschwiller leben viele, die bei der Novartis Schicht arbeiten und tagsüber schlafen müssen. «Wir wollen keinesfalls den Fluglärm an die Basler abschieben. Es gibt genügend Wald- und Grünflächen, über denen die Flugzeuge starten könnten, doch viele Piloten bevorzugen eine Abkürzung direkt über unsere Hausdächer», so der Schweizer, der seit 35 Jahren im Elsass lebt.

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