Muldenlage: Tänikon: Kältestes Dorf im Schweizer Flachland
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MuldenlageTänikon: Kältestes Dorf im Schweizer Flachland

In Tänikon TG herrschen die tiefsten Temperaturen des Mittellandes. Im Dorf lebt man gut damit.

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Die Spaziergängerinnen Doris Tscharf und Therese Pfranger spüren die tieferen Temperaturen in Tänikon TG.

Die Spaziergängerinnen Doris Tscharf und Therese Pfranger spüren die tieferen Temperaturen in Tänikon TG.

Tänikon ist Spitze: Nirgends im Schweizer Mittelland war es diese Tage so kalt wie im Thurgauer Weiler. Vergangenen Mittwoch sank das Thermometer auf minus 7,9 Grad – der bisher kälteste Wert des Winters.

Rekordwinter 1987

Doch das ist nichts im Vergleich zu 1987. Damals, in der Nacht auf den 12. Januar, waren es gar minus 30 Grad: Kälterekord seit Messbeginn. Tänikon, das zur Gemeinde Aadorf gehört, liegt auf 536 Metern über Meer. «Der Weiler liegt in einer leichten Mulde», so Pascal Hobi, Meteorologe bei Meteo News. In klaren und windstillen Nächten sinkt die schwere und kalte Luft ab, damit ist das Gebiet laut Hobi in einem Kaltluftsee. Das erklärt die tiefen Temperaturen. Durchschnittlich hat Tänikon 27,5 Eistage, also Tage, bei denen das Thermometer nicht über null Grad steigt. Auch das ist im Mittelland Rekord.

Der Aadorfer Gemeindeammann Bruno Lüscher nimmt es gelassen: «Die Kälte ist nicht überraschend. Wir wissen um die Muldenlage.» Laut Lüscher sei das auch der Grund für die Platzierung der Messstation. Auch Spaziergängern entgeht die eisige Kälte nicht. «Man muss sich warm anziehen», so Therese Pfranger. Dem stimmt auch Doris Tscharf zu: «Man spürt, dass es hier, im Vergleich zu den angrenzenden Dörfer, deutlich kühler ist.» Mit einem Schaudern erinnert sich Bauer Berhard Zehnder an den Winter 1962/63 zurück: «Damals war es so kalt, dass man sich rückwärts bewegen musste. Sonst wäre einem das Gesicht abgefroren.»

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